Eltern-Kind-Blogparade: Aufgabe 9

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Eltern-Kind-Blogparade: Aufgabe 9

Eltern-Kind-Blogparade LogoAufgabe Nr. 9 der Eltern-Kind-Blogparade handelt vom Thema „höher, schneller, weiter“ – die Erfolge und der Erfolgsdruck unserer Kinder.
Kurze Zeit nach der Geburt der Prinzessin habe ich das Internet für mich entdeckt. Hier lernte ich auch schnell, dass viele Mütter ihre Kinder vergleichen, mithalten und das „beste Kind“ haben wollen. Ich trat dem Thema gleich skeptisch gegenüber. Warum vergleichen? Mein Kind ist doch so wie es ist perfekt. Für mich. Warum muss ich es an anderen messen? Wozu vergleichen?
Schnell zeigten sich diese Vergleiche aber auch im realen Leben. Als die Prinzessin den ersten Brei bekam, wurde ich mit Vorwürfen bombardiert das wäre viel zu früh, das Kind desjenigen wäre ja nahezu gleich alt und noch nicht soweit. Dass Kinder ganz einzigartig und individuell sind und jedes sein eigenes Tempo hat, wurde großzügig übergangen.
Als die Prinzessin mit knapp 10 Monaten zu laufen begann, bekam ich auch wieder die selben Vorwürfe. War ich anfangs von solchen Dingen noch sehr verunsichert, so hab ich zu diesem Zeitpunkt nichts mehr auf die Tiraden gegeben. Die Prinzessin setzte sich aus dem Liegen auf, zog sich an Möbelstücken hoch und lief dann los. Völlig selbstständig. Wieso sollte das noch zu früh sein?
Ähnlich verhielt es sich beim Thema Laufrad, Trocken werden und anderem. Mittlerweile hatte ich nur noch ein müdes Lächeln für die Vergleichsmütter übrig.  Und auch wenn bei mir geprahlt wurde, habe ich den Entwicklungsschritt zwar gebührend kommentiert, aber niemals versucht die Prinzessin auch dahin zu drängen, wenn sie noch nicht so weit gewesen ist. Ich war mir sicher, sie würde die Dinge auch lernen. Doch dann, wenn sie selbst soweit sein würde. Und genau so verhielt es sich dann auch.

Mit 5 Jahren begann die Prinzessin zu lesen. Wie ich bereits mehrfach erwähnt habe, ließt sie unheimlich gerne und ich würde vermuten, dass sie das von mir hat. Jedenfalls begann sie damals zu lesen. Davor hat sie ganze Bilderbücher vollständig auswendig gelernt und sie dann aufgesagt. Dann erwachte das Interesse für Buchstaben. Wenn sie etwas fragte, schrieb ich es ihr auf oder las es ihr vor, richtig gelernt haben wir nie. Eines Tages kam ich in ihr Zimmer um nachzusehen, wieso es so ruhig um sie war und fand sie lesend auf ihrer Couch vor. Sie hat mir vorgelesen. Das war unglaublich!
Kurze Zeit darauf bekam ich mit, wie eine damalige ♥-Freundin ihre Tochter – die etwa gleich alt war – dazu bringen wollte ihren Namen zu schreiben. Sie sollte das doch auch endlich können. Ich fand das entsetzlich. Nur weil meine Tochter das konnte, musste das doch nicht ein anderes Kind auch können müssen?!

Als die Prinzessin vor 2 Jahren ein Kann-Kind für die Einschulung war, wollte ich sie ursprünglich eingeschult wissen. Sie rechnete, versuchte langsam das Lesen und Schreiben und schien mir bereit zu sein. Im Elterngespräch im Kindergarten berichteten die Erzieher dann aber, dass die Prinzessin sozial große Schwierigkeiten haben würde und sie von einer Einschulung abraten würden. An diesen Rat habe ich mich auch gehalten und die Prinzessin wurde auch erst 2011 eingeschult.
Heute bin ich über diese Entscheidung einfach nur froh. Ihr hat das eine Jahr Kindergarten nicht geschadet, ganz im Gegenteil. Die Prinzessin ist jetzt in der Schule gut aufgehoben und hat – wie ich bereits berichtete – sogar die 1. Klasse überspringen dürfen.
Natürlich habe ich auch hier fragende und kritische Blicke und Meinungen bekommen. Doch auch hier hat sich die Entscheidung im Nachhinein als richtig erwiesen. Wollte ich es anfangs noch auf keinen Fall, so haben ihre Leistungen und Noten in der Schule bewiesen, dass der Versuch eine gute Idee gewesen ist.
Sie ist von einer sehr guten Erstklässlerin zu einer guten Zweitklässlerin geworden und erhält auch weiterhin gute Noten.

Bislang habe ich wenig auf die Vergleiche anderer geben und das wird auch weiterhin so bleiben. Der Erfolgsdruck beginnt spätestens in der 4. Klasse, wenn es um die weiterführende Schule gehen wird. Doch auch da möchte ich, dass die Prinzessin ihren eigenen Weg geht. Natürlich würde ich mir wünschen, sie käme auf das Gymnasium. Doch das werden ihre Noten zu gegebener Zeit zeigen.

Das für mich Wichtigste ist, dass sie sich entfaltet, so wie sie ist. Alles Andere wird sich zeigen und ganz von alleine entwickeln.
Ich kann Eltern ganz allgemein – besonders mit kleinen Kindern und Babys – nur empfehlen nichts auf irgendwelche Vergleiche anderer zu geben. Jedes Kind lernt durch zu schlafen, sich um zu drehen, zu krabbeln, zu stehen, zu laufen und all die anderen Dinge. Macht Euch keinen Stress, lasst Euch nicht verunsichern. Jedes Kind ist anders und hat sein eigenes Tempo und seine eigene Reihenfolge. Und das ist auch gut so!

Von | 2012-06-04T18:13:34+00:00 Montag, 4. Juni 2012|Kategorien: Blogkram|Tags: , |0 Kommentare

Über den Autor:

Die Alltagsheldin heißt im echten Leben Tanja, ist 31 Jahre alt und lebt mit dem einen Mann, ihren Kindern Nina (09/04), Lotte (05/15) und Jona (01/17) im Sauerland. Sie hat ihr Abitur nachgeholt, studiert nun was Soziales und jongliert zwischen Uni und der Familie – mal mehr, mal weniger erfolgreich.

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