1. Elternsprechtag der 3. Klasse

\1. Elternsprechtag der 3. Klasse

1. Elternsprechtag der 3. Klasse

Nun ist die Prinzessin seit den Sommerferien also in der 3. Klasse. Komisch ist es. Sehr sogar.
Sie gehört jetzt zu den Großen, soll ein Vorbild sein ist ein Vorbild für die Kleinen, hilft ihnen und überhaupt, mit der 3. Klasse wird es so richtig schwer, habe ich mir sagen lassen. Ganz von der Hand zu weisen, ist diese Aussage ehrlich gesagt auch nicht.
Gleich am 1. Tag habe ich es gemerkt, die Masse an Hausaufgaben, das ist eine ganz andere Hausnummer, als noch in der 2. Klasse. Da hat sie die vorgegebenen höchstens 30 Minuten auf 10 Minuten gedrückt. Für die 3. und 4. Klasse sind etwa 60 Minuten vorgegeben, höchstens. Anfangs brauchte sie die tatsächlich auch, was wirklich ungewöhnlich ist. Aus der OGS bekam ich direkt die Rückmeldung, wie straff das Programm nun ist.
Mittlerweile aber hat sich die Prinzessin dran gewöhnt, sie braucht nun wieder nur 30 Minuten – schlurt aber auch unglaublich viel herum.
Als Linkshänderin hat sie sowieso schon eine recht undeutliche Schrift, dies verstärkt sie mit dem herumgesaue ungemein. Mittlerweile bekommt sie für saubere Schrift Blümchen in ihrem Belohnungssystem – das klappt dann so halbwegs, manchmal zumindest.

Schulkram der Prinzessin

Kürzlich stand der erste Elternsprechtag an und ich ging da mit gemischten Gefühlen hin. Die Klasse der Prinzessin hat aktuell 31 Kinder. Die Klassenlehrerin geht am 1. Februar in Rente. Mathe und Deutsch wird in 2 Gruppen unterrichtet. Die neue Mathelehrerin wird vermutlich auch die neue Klassenlehrerin einer der beiden dritten Klassen.
Viel hat sich zum letzten Elternsprechtag nicht geändert.
Nach wie vor sitzt sie komisch (mit übereinander geschlagenen Beinen, oder sie kreuzt sie unterm Po). Die Klassenlehrerin vermutet, dass sie damit ihre geringe Größe etwas vertuschen möchte.
Auch wenn sie ihre Sachen auspackt, sieht der Tisch einer kürzlich zurückliegenden Explosion recht ähnlich. Einmal alles auf den Tisch klatschen und dann fällt die Hälfte seltsamerweise auch noch herunter.
Im Unterricht melden, das ist weiterhin ein kleines Problem. Zwar macht sie mit, aber das nicht so oft, wie sie könnte. In Mathe allerdings funktioniert es einwandfrei.
Fehler eingestehen, das kann sie gar nicht. Wenn Lehrer oder Erzieher der OGS einen Fehler entdecken, diskutiert sie viel.
Zuhören und machen, auch das ist nicht ganz so einfach. Wenn die Lehrerin z.B. sagt „Schreibt das bitte von der Tafel ab.“, meldet sich die Prinzessin und fragt „Sollen wir das jetzt von der Tafel abschreiben?“. Lt. Lehrerin versucht sie immer alles 100%ig richtig zu machen, bloß keine Fehler, daher lieber 10x fragen, bevor da etwas falsch läuft.

Insgesamt aber ist die Klassenlehrerin zufrieden. An den negativen Punkten sollten wir arbeiten, aber ansonsten kann sie so weiter machen, wie bisher. Die Deutsch-Lesen Note steht weiterhin in Beton: ein sehr gut. Die kann ihr wohl auch nicht genommen werden, sie ist mit Abstand die beste Leserin der Klasse.
Bislang hat sie so einige Klassenarbeiten geschrieben und diese sind nicht so ausgefallen, wie die Prinzessin tatsächlich kann.
Auf die Spitze trieb sie es mit der vorletzten Mathearbeit. Sie hat genau die Hälfte geschafft und als ich sie fragte, wie das denn passieren könnte, sagte sie:
„Mama, wenn ich eine Seite ganz richtig habe, ist es eine 3. Also hab ich die Seite gemacht, kontrolliert und abgegeben. Eine 3 ist doch okay.“ – Ich dachte, ich höre nicht richtig! Ich habe mir den Mund fusselig geredet und es scheint gewirkt zu haben. In der letzten Klassenarbeit in Mathe war sie wieder Klassenbeste, ihr fehlte nur ein Punkt und das auch nur, weil sie eine der 74 Aufgaben vergessen hat.
In Deutsch macht die Sauklaue den Lehrern teilweise zu schaffen, aber hier gibt sie sich ja nun Mühe.
Sachkunde wird aktuell mit Projekten gestaltet (Herbstwerkstatt, Winterwerkstatt) und das macht ihr viel Spaß.
Religion kann sie nicht ausstehen, muss da aber m.M.n. durch, denn eine religiöse Grundbildung finde ich wichtig – auch wenn sie konfessionslos ist.
Auch Englisch macht ihr unheimlich viel Spaß, hier steht aber erst nächste Woche eine Klassenarbeit an.
Sport und Schwimmen sind sowieso immer beliebt, hier gab es auch keine Beschwerden.

Alles in allem? Es ist okay, aber sie entfaltet nicht ihr volles Potential – schade! Aber wir werden weiter dran arbeiten. Das Belohnungssystem scheint anzuschlagen und sie gibt sich wieder gerne mehr Mühe.

Von | 2012-11-30T18:27:54+00:00 Freitag, 30. November 2012|Kategorien: Familienalltag|Tags: , |2 Kommentare

Über den Autor:

Die Alltagsheldin heißt im echten Leben Tanja, ist 31 Jahre alt und lebt mit dem einen Mann, ihren Kindern Nina (09/04), Lotte (05/15) und Jona (01/17) im Sauerland. Sie hat ihr Abitur nachgeholt, studiert nun was Soziales und jongliert zwischen Uni und der Familie – mal mehr, mal weniger erfolgreich.

2 Kommentare

  1. Windgefluester 1. Dezember 2012 um 03:59 Uhr - Antworten

    na das hoert sich doch gut an! Jonas hat auch eine sauklaue und was meinst du wie ich mir den Mund fusslig rede! Hier wird in der Schule leider so gar nicht darauf geachtet 🙁

  2. eva 2. Dezember 2012 um 15:29 Uhr - Antworten

    Mmmh, hört sich doch gut an.
    Na klar ist es für uns Eltern immer schwierig, wenn man weiß mein Kind kann mehr, hat aber gerade keine Lust.
    Und da wir leider in Deutschlandn ja auch wichtig, auch schon in Klasse 3.
    Deine Tochter scheint ein Minimalist zu sein, nur so viel tun wie es gerade nötig erscheint.

    Bei uns zuhause heißt es immer: Hast du dein Bestes gegeben? Bist du zufrieden mit deiner Leistung?
    Ich schaue da weniger auf die Noten.
    Unsere Große ist übrigens auch in Klasse 3 und ihre Freundin hat das ebenso gemacht wie eure Tochter in Mathe: Warum mehr machen, wenn ich doch gerade keine Lust habe. (Blöd nur, dass sie meint, dass sie auf jeden Fall auf das Gymi will, als wir erzählt haben, dass sie dann aber auch alle Aufgaben lösen sollte, war sie etwas geknickt – sie hat es ebenso drauf.)

    Manchmal hilft also ein Schubser in die Richtung, aber nur dann, wenn das das Kind auch will.

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