2. Elternsprechtag in der 3. Klasse

\2. Elternsprechtag in der 3. Klasse

2. Elternsprechtag in der 3. Klasse

Elternsprechtage sind für mich immer sehr schwierig. Ich gehöre zu den absoluten Bauchmenschen, daher bin ich bereits Tage vorher nervös. Obwohl ich grob weiß, was mich erwarten wird. So natürlich auch dieses Mal.
Seit dem letzten Elternsprechtag hat sich etwas getan: Die alte ehemalige Klassenlehrerin ist in Rente gegangen, eine ganz Neue hat die Klasse nun übernommen. Aufgeteilt wurden sie dennoch nicht. 31 Kinder. Das ist häufig nicht ganz einfach.
Mit der neuen Klassenlehrerin gab es direkt auch eine neue Sitzordnung. Statt 2er Tische in Reihen, gibt es nun 6er Tische in Gruppen. Jedes Kind durfte/musste sich vorab überlegen, neben wem es sitzen möchte. Jeweils ein Mädchen und ein Junge. Die Lehrerin versuchte die Wünsche zu berücksichtigen und machte einen Plan. Der Prinzessin kam dieser sehr entgegen. Zum Einen sitzt sie nun zusammen mit ihren 3 besten Freundinnen an einem Tisch. Zum Anderen ist der Abstand zu den Klassenrowdys größer geworden. Bislang saß einer vor und der andere hinter ihr. Da die Jungs ständig lautstark miteinander kommunizierten, war das für die Prinzessin schon mal schwierig. Umsetzen ging damals wohl nicht, da die Prinzessin das Kind mit den geringsten Problemen in dieser Situation gewesen sei. Nun.
Alles in allem ist die neue Klassenlehrerin toll. Sie ist jung, hochmotiviert und geht Dinge ganz anders an. Man merkt den Unterschied natürlich.

Die Prinzessin - 3. Klasse - Elternsprechtag
Das Tischchaos ist geschrumpft. Die Prinzessin kann die benötigten Sachen auspacken und stapelt sie zu einer Pyramide in der Tischecke. Vor dem Elternsprechtag bekamen die Kinder einen Zettel, bei dem sie sich selbst einschätzen sollten. Einmal in allgemeinen Dingen und in Deutsch.

Allgemein:
Die Prinzessin schätzt sich zum Großteil genauso ein, wie die Lehrerin es sieht.
Sozial funktioniert es immer besser. Sie kann sich ebenso durch- wie einsetzen. Für sich, aber auch für Andere.
Seitdem die neue Sitzordnung besteht, quatscht sie deutlich mehr. Besonders mit der Lieblingsfreundin und Sitznachbarin. Dick angemerkt stand drunter „Auf S.’s Schoss setzen!“. Das hat die Lehrerin aber wohl bereits angesprochen, die Mädels arbeiten daran.
In Deutsch und Mathe wird mit einer Lerntheke gearbeitet. Die Kinder können dabei in ihrem eigenem Tempo lernen. Für die Prinzessin definitiv gut, da sie immer schneller ist und dann entsprechend Langeweile hat. Allerdings versichert sie sich nach wie vor unheimlich stark zurück, fragt also sehr oft nach, obwohl Dinge klar kommuniziert wurden.

Mathe:
Hier unterrichtet nicht die Klassenlehrerin, sondern – seit der 2. Klasse – eine Referendarin. Nach wie vor sehr sympatisch und bei den Kindern beliebt.
Direkt zu Anfang sprach ich ein großes Problem an, welches aber wohl alle Kinder der Klasse haben: Sachaufgaben!
Im Unterricht und bei den Hausaufgaben werden kaum Aufgaben dieser Art besprochen, in der Klassenarbeit aber sehr wohl abgefragt. Die geübten Aufgaben sind zudem wirklich einfach, die in den Klassenarbeiten aber sehr knifflig.
Hier sagte die Lehrerin gleich, dass es vielen Kindern so gehe, sie aber auch irgendwie weiterkommen müsse, da bei diesem Thema alle Kinder ein Defizit haben. Sachaufgaben wurden auch vorher kaum gemacht, das stimmt wohl. Nun fehlt die Übung und sie versucht das aufzufangen, da in dieser Richtung viel verlangt würde – auch später. Nun, ich bin nach wie vor der Meinung, dass dann auch die Übungsaufgaben schwerer sein müssen.
Generell gibt die Prinzessin schnell auf, ließt flüchtig und versteht die Fragen nicht. Dann wird gleich gefragt, statt nachzudenken. Die Kinder werden immer stärker dazu animiert sich einen Lösungsweg selbstständig zu erschließen und vielleicht auch zu tüfteln. Besonders im Hinblick auf die Vergleichsarbeiten, welche im Mai anstehen. Hier merkt man direkt, wie faul manche Kinder sind – auch die Prinzessin gehört dazu.

Die erste Mathearbeit des Halbjahres war eine 4, da flossen einige Tränchen. Mit Enttäuschungen kann die Prinzessin so gar nicht umgehen. Allerdings war der Lerneffekt recht hoch. Sie hatte keine Lust zu lernen. Jegliche Versuche meinerseits hat sie mit einem „Ich kann das alles.“ und „Das ist Babyeinfach.“ abgewendet. Nachdem sie die Note wusste, war sie bereit für Deutsch zu lernen.
Die Mitarbeit ist so lala. Stand sie bisher zwischen 2 und 3 so hat sie sich in den letzten Wochen verschlechtert und machte nur noch mäßig mit. Eine 3 bis 4 war das Ergebnis. Die Lehrerin hat sie aber bereits darauf angesprochen (mir hat sie davon nichts berichtet – hmpf) und sie ist wieder auf dem Weg der Besserung.

Deutsch:
Hier stimmten Lehrerin und Prinzessin häufig nicht überein. Meist schätzte sich die Prinzessin schlechter ein, als sie es tatsächlich ist.
Wortarten und die Zeiten müssen wir noch üben. Sie kommt bei der Benennung des Präsens, Präteritum und Perfekt noch stark durcheinander, kann es aber anwenden wenn Beispiele gegeben waren. Das Schriftbild ist mittlerweile zufriedenstellend, man kann es lesen und verstehen. Auch die Heftführung ist okay. Silbentrennung müssen wir noch einmal üben. Sie hat einen starken Hang dazu, Worte einfach über den Rand zu schreiben, statt sie zu trennen. Aus der Übung gekommen und schon klappt es nicht so gut. Die Rechtschreibung ist in Ordnung. Da hat sie in der 1. Klassenarbeit des Halbjahres eine glatte 1 geschrieben und war unheimlich stolz. Nach der verpatzten Mathearbeit war das aufbauend und zeigte auch gleich auf, wie viel Lernen eigentlich bringt. Pädagogisch wertvoll.
Momentan haben sie das Thema „Geschichten schreiben“, was absolut ihre Welt ist. Mit der wörtlichen Rede hat sie noch ein paar Schwierigkeiten, aber alles in allem ist es in Ordnung.
Mündlich steht sie 2, ist häufig zu faul sich zu melden. Sie mault daheim aber auch immer, sie würde nie dran genommen werden. Besonders beim Lesen. Das konnte ich ihr dann aber erklären. Sie möchte sich weiterhin Mühe geben.

Sachkunde:
In Sachkunde ist sie immer mit Feuereifer dabei und macht gerne mit. Wenn neue Themen anstehen sagt sie zeitig Bescheid, sodass wir noch in die Bücherei können um Wissensbücher zu besorgen. Auch die Lehrerin hat positiv hervorgehoben, dass die Prinzessin immer an Extra-Sachen denkt. Die Tests waren allesamt 2, da kann man nicht meckern.

Englisch:
Auch Englisch gehört zu ihrem Lieblingsfächern. Sie macht gerne mit und hat im letzten Test eine 1 geschrieben. Da war sie auch stolz wie Oskar – lernen hilft. Allerdings geht es in Englisch mehr um die Aussprache bzw. den Versuch es richtig zu machen, daher wird der Test nicht überbewertet.

Religion:
Nach wie vor ungeliebt. Mich persönlich stört, dass es kaum konkrete Arbeitsblätter gibt. Im Unterricht ließt die Lehrerin häufig nur eine Geschichte vor, während die Kinder dazu etwas malen. Wenn dann der Test ansteht, ist Lernen eher schwer. Soll sich aber nun ändern. Ich bin gespannt.
Der letzte Test war nur eine 3. Enttäuschung pur, denn die Prinzessin berichtete noch ganz aufgeregt, wie viel sie geschrieben habe und dass sie sich wahnsinnig viel Mühe gegeben habe. Das hab ich auch gesehen. Doch wenn die Antworten unvollständig sind… Nun, es ist nur Religion.

der Rest:
In Sport, Musik sowie den AG’s (Sport-AG, Theater-AG, Flöten-AG) gab es nichts zu beanstanden. Insbesondere beim Flöten macht sie unheimlich viel und gut mit. Sie kann mittlerweile recht viele Lieder gut spielen, teilweise auch schwierigere (Kumbaya, 99 Luftballons). Häufig ist sie die Einzige, die Zuhause tatsächlich übt, aber das merkt man dann auch entsprechend.
In Musik hilft ihr das Flöten gut weiter, da begleitet sie mit der Flöte. In den Gottesdiensten spielt sie auch grundsätzlich mit. In der 1. Klasse war das ihr großes Ziel und zur Mitte der 2. Klasse durfte sie dann tatsächlich auch. Ein großer Ansporn. Die Gottesdienste sind bei ihr nämlich nicht sonderlich beliebt, da ist sie froh sich mit der Flöte etwas ablenken zu können.

 

Im Großen und Ganzen sind wir absolut zufrieden – die Prinzessin sowie ihre Eltern. Es gibt einige Punkte, an denen wir noch arbeiten müssen, aber die sind überschaubar.
Schon Tage zuvor bat mich die Prinzessin, die Klassenlehrerin zu fragen wie die aktuelle Empfehlung der weiterführenden Schule aussähe. Es wäre definitiv das Gymnasium. Zuhause gab das einige ausgelassene Freudentänze. Alle ♥-Freundinnen gehen wollen auf das nächstgelegene Gymsel, da ist das Ziel klar vorgegeben.
Bisher verschwieg ich der Prinzessin allerdings, dass nicht klar ist, auf welches der umliegenden Gymnasien sie wenn denn dann gehen würde. Aber das ist gewiss auch besser so. Noch. 

Von | 2013-04-24T12:42:43+00:00 Mittwoch, 24. April 2013|Kategorien: Kinder, Kinder!|Tags: , , |6 Kommentare

Über den Autor:

Die Alltagsheldin heißt im echten Leben Tanja, ist 31 Jahre alt und lebt mit dem einen Mann, ihren Kindern Nina (09/04), Lotte (05/15) und Jona (01/17) im Sauerland. Sie hat ihr Abitur nachgeholt, studiert nun was Soziales und jongliert zwischen Uni und der Familie - mal mehr, mal weniger erfolgreich.

6 Kommentare

  1. Chantal 24. April 2013 um 20:49 Uhr - Antworten

    Na das hört sich doch alles wirklich positiv an! Das mit den Sachaufgaben kenn ich, das üb ich inzwischen mit dem Kind immer mal wieder zwischendrin, denn auch bei uns sind sie in der Schule immer recht leicht und in den Arbeiten immer total knifflig.

  2. Eva 24. April 2013 um 23:24 Uhr - Antworten

    Hach ja.
    Die Vergleichsarbeiten stehen auch hier an (wie soll es auch anders sein). Blöd ist, dass sie genau in die Zeit der Erstkommunion fallen. Andererseits sagt die Klassenlehrerin, dass diese für sie nicht wichtig sein, denn es sind landesweite Vergleiche, die der Wirklichkeit nicht immer gerecht werden. so long.
    Eure Prinzessin macht sich doch wirklich prima.
    Bei uns ist ebenso. Nur das sich unsere zu sehr unter Druck setzt und zu perfektionistisch ist und sich über jede zwo schon ärgert. Auch nicht wirklich gut, weil sie ihrer Phantasie da eher nicht ihren freien Lauf lässt, sondern alles richtig machen will.
    Sachaufgaben ist auch nicht jeder man’s Sache.

  3. Alltagsheldin 25. April 2013 um 08:56 Uhr - Antworten

    @ Chantal … Na da bin ich ja ein wenig beruhigt, dass nicht nur die Prinzessin „Schwierigkeiten“ damit hat.
    Bzw. auch, dass die so unterschiedlich geübt und dann in der Klassenarbeit gestellt werden… Hmm…

    @ Eva … Gott sei Dank setzt sich die Prinzessin nicht mehr so arg unter Druck. Sie ist bei einer 2/3 zwar auch enttäuscht, weint aber nicht mehr sooo schnell.
    Die Arbeiten sind ja immer so eine Sache… Ich meine, die Themen können doch gewiss von den Lehrern frei gewählt werden, im Schuljahr (also die Reihenfolge), denke da kann es schon mal sein, dass die Einen etwas hatten, was die Anderen wiederum erst später durchnehmen… Ich sehe denen auch eher gelassen entgegen, das Kind weniger. Schon beim Känguru-Test war sie total hibbelig und ist es auch immer noch (Ergebnisse kommen ja noch…).
    Perfektionismus hat gewiss auch seine Vorteile, aber behindert die Kids dann ja auch. Und das Timing Erstkommunion/Vergleichsarbeiten ist ja echt blöd. Da habt Ihr ja sicherlich auch so schon genug Stress?!

    Ach ja… Immer dieser (selbstauferlegte) Erfolgsdruck…

  4. Lumini 25. April 2013 um 13:17 Uhr - Antworten

    Na die Schule ist zum Lernen da. In der 3. Klasse muss man noch nicht alles wissen und können und ich finde es toll, dass Du das so vernünftig siehst. Ich nehm mal an, dass die Prinzessin keine Angst haben muss wenn sie mal mit einer schlechteren Note nach Hause kommt.

    Bei den Sachaufgaben frage ich mich schon ganz lange ob die einfach zu früh durchgenommen werden. Klar muss man das auch lernen, aber ich frage mich ob die Kinder es leichter hätten wenn sie ein oder zwei Jahre älter wären. Vielleicht gibt es in dem alter einfach noch Verständnisprobleme, die es später einfach nicht mehr gäbe.

    Insgesamt finde ich es fast schon schlimm wie viel den Kids mittlerweile schon in der Grundschule abverlangt wird. Vor ein paar Jahren wurde ja Englisch eingeführt und vor kurzem habe ich von ersten Schulen gehört, die Computerunterricht mit auf dem Programm haben. Mag zwar zu einer gewissen Medienkompetenz beitragen, aber ich finde das doch einfach zu früh. Als freiwillige AG ok, aber schon als Fach? Hmmm

    Aber mal abwarten wie ich das alles sehe wenn unser Nachwuchs erst mal da ist und wir uns in ein paar Jahren all diesen Dingen konfrontiert sehen.

  5. Bea 27. April 2013 um 18:09 Uhr - Antworten

    Es kann aber auch von der anderen Seite erlebt werden; meine Schwester ist ja Lehrerin eben in der dritten Klasse und hat schon welche wirklich unangenehme Situationen mit den Eltern schon erzaehlt, ich könnte mich kaum vorstellen dass ich in einer solchen Situation ruhig bleiben würde…

  6. Alltagsheldin 28. April 2013 um 14:06 Uhr - Antworten

    @ Lumini … Nein nein, Angst haben muss sie nicht. Das weiß sie auch. Aber sie setzt sich halt selbst sehr unter Druck, da sie ja das Gymsel anstrebt *seufz*
    Von meiner Seite her muss es auch nicht unbedingt das Gymnasium sein. Wir haben eine super Realschule in der Gegend (die nicht mit der Hauptschule zusammengelegt wird). Eine Gesamtschule wäre auch gut erreichbar.
    Aber sie will unbedingt. Gut, da lasse ich sie auch. Wenn man Ziele hat, ist das gewiss nicht verkehrt. Nur der Druck, der müsste nicht sein.
    Die Sachaufgaben… Ja ich weiß auch nicht. An sich sagte die Mathelehrerin, dass sie eigentlich schon früh (1. Klasse) angegangen werden. Dann aber nur mit z.B. unterstreichen der nötigen Werte. Das haben sie hier nie gemacht, daher fällt das allen so schwer. Aber ich frage mich schon, wieso das dann nicht aufgeholt werden kann, statt Dinge zu verlangen, die einfach nicht verstanden werden (können)?!
    Computer… Hm… Da finde ich es schon enorm wichtig, dass die Kids früh herangeführt werden. Auf der weiterführenden Schule wird so ziemlich von Anfang an eigenständige Recherche im Web verlangt.
    Aber das Ganze gleich als Fach?! Ich weiß nicht… Das wäre auch mir dann doch too much – muss ich gestehen.
    Bei uns gibt es immer nur (freiwillige) Sternchenhausaufgaben, die am PC gemacht werden können. z.B. „Schreibe einen Witz im Schreibprogramm.“
    Insgesamt wird aber schon eine Menge verlangt. Alleine wenn ich die Menge der Hausaufgaben ansehe… Uff!

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