„Mama, ich möchte Fleisch fasten.“

\„Mama, ich möchte Fleisch fasten.“

„Mama, ich möchte Fleisch fasten.“

Schon öfter überlegte die große Tochter, ob sie nicht auf Fleisch verzichten könnte. Und immer häufiger wurde zum Thema, dass sie gerne Vegetarierin werden würde. Weil die Tiere so schlecht gehalten werden und sie das nicht unterstützen möchte. Weil ihr die Tiere so leid tun. Weil Fleisch nicht unbedingt sein muss.
Aus dieser Überzeugung heraus verkündete sie vor einigen Tagen, sie wolle nun für die Fastenzeit auf Fleisch verzichten. Kein Wurstaufschnitt mehr, kein Fleisch in der Soße.
Zunächst einmal plant sie, dies von Aschermittwoch bis Ostern auszuprobieren. Und wenn sie gut damit zurecht kommt, möchte sie auch danach kein Fleisch mehr essen.

"Mama, ich möchte Fleisch fasten." - Ein 40 Tage Vegetarier-Projekt einer 9-jährigen.Uff. Ein großes Thema. Aber auch eine nicht all zu schlechte Überlegung.
Ich finde es gut, dass sich die Tochter mit artgerechter Haltung auseinander setzt und für sich entscheidet, dass sie dies nicht unterstützen möchte. Auch gut finde ich, dass sie sich einen Testzeitraum setzt, in dem sie es ausprobieren möchte, um sich danach festzulegen.

Anfangs war ich ein wenig besorgt, muss ich gestehen. Denn die große Tochter war noch nie ein guter Esser. Sie isst wenig, ist sowieso schon leicht untergewichtig und bei der Ernährung sehr wählerisch. Gerade Eisen und Vitamin B12 sind in Fleischprodukten enthalten. Wie also einem Mangel vorbeugen?
Unsere Vegetarier-Regeln
Wir wollen sie in diesem Vorhaben in jedem Fall unterstützen und werden deshalb vermehrt auf Vollkornprodukte setzen. Da Vitamin C dabei hilft pflanzliches Eisen zu verwerten und Milch die Aufnahme hemmt, wird sie entsprechend ein Glas Orangensaft statt Milch dazu trinken müssen. Außerdem wird es unumgänglich sein, dass sie einige Gemüsesorten in ihren Speiseplan aufnimmt, die sie normalerweise verweigert.
Das sind unsere Regeln. Und sie stimmte ihnen zu.
Wir werden sehen, wie sie die 40 Tage meistert und sind gespannt, ob ihre endgültige Entscheidung ebenfalls gegen Fleisch ausfallen wird.

Übrigens machen der Liebste und ich da nun einfach mal mit. Beim gestrigen Wocheneinkauf landeten nur noch Käseaufschnitt, Obst und Gemüse im Einkaufswagen und das bleibt dann auch für die nächste Zeit so.
Ich habe mich ein wenig damit auseinandergesetzt gänzlich ohne Fleisch zu kochen und habe schon die ein oder andere Idee. Jetzt hoffe ich nur, dass die große Tochter sich an unsere Regeln hält und wir dieses Projekt gemeinsam wuppen. Yeah!

Von | 2014-03-05T07:53:13+00:00 Mittwoch, 5. März 2014|Kategorien: Kinder, Kinder!, Küchenkram|Tags: , , , , |8 Kommentare

Über den Autor:

Die Alltagsheldin heißt im echten Leben Tanja, ist 31 Jahre alt und lebt mit dem einen Mann, ihren Kindern Nina (09/04), Lotte (05/15) und Jona (01/17) im Sauerland. Sie hat ihr Abitur nachgeholt, studiert nun was Soziales und jongliert zwischen Uni und der Familie – mal mehr, mal weniger erfolgreich.

8 Kommentare

  1. Nessa Wundertolles 5. März 2014 um 08:08 Uhr - Antworten

    Finde ich toll. Auch das Fräulein überlegte schon öfters auf Fleisch zu verzichten. Aber die Wurst schmeckt ihr dafür dann doch ZU gut 😉

    Mit dem Knirps habe ich vor einer Weile eine Doku über Hühnerhaltung gesehen. Danach hat er mich gebeten nur noch Eier aus mindestens Freilandhaltung zu kaufen.
    Etwas auf das ich mich gern einlasse.

    Ich bin gespannt, wie das bei euch 40Tage lang klappt. FFür mich persönlich wäre das wohl nichts. Ich liebe Fleisch einfach zu sehr 😉

    LG

    • Alltagsheldin 5. März 2014 um 08:15 Uhr - Antworten

      Ja genau, das ZU gute Schmecken hielt sie bisher auch arg davon ab. Sie sagte es immer mal, aß dann aber doch ihre geliebte Salami oder das Leberwurstbrot.
      Ich glaube das ist jetzt auch so ein kleiner Selbstläufer: In der Klasse die Mädels fasten alle irgendwas, da stieg sie halt mit ein und nahm das nächstliegendste.
      Du, ich mag Fleisch eigentlich auch gern (und der Liebste erst!), daher ist das bei uns auch nur ein 40-Tage-Projekt und nichts für die Ewigkeit.

      LG

      • Nessa Wundertolles 5. März 2014 um 09:34 Uhr - Antworten

        Und Ostern gibts dann gegrilltes Spanferkel? Oder leckeres Steak? 😀
        Diese Vorfreude allein muss fantastisch sein 🙂

  2. Suse 5. März 2014 um 08:20 Uhr - Antworten

    Ich finde es bewunderswert,auch das ihr da so mitzieht! Ich selber könnte das nicht, dafür brauch ich einfach ab und zu ein ordentliches Stück Fleisch! Versuche mittlerweile aber schon das etwas teurer Fleisch zu nehmen oder Bio in der Hoffnung, dass die Tiere dadurch wirklich auch besser gehalten werden. Vllt etwas naiv. Seit dem wir im Sommer übrigens häufiger an einer Schweine-Mast-Anlage vorbei gefahren sind,kann ich mit Schweinefleisch allerdings nicht mehr so viel anfangen! Das war mir dann doch zu wieder.

    • Alltagsheldin 5. März 2014 um 08:29 Uhr - Antworten

      Wird sich zeigen, ob wir das schaffen. hihi
      Ja, Schweinefleisch ist hier auch kaum noch auf dem Tisch gewesen. Und wenn dann eben wirklich Bio. Wobei ich mich dann wieder frage, inwiefern Bio aus dem Supermarkt Sinn macht – für artgerechte Haltung sind die Preise einfach zu niedrig. Wir holten dann eben alles beim Metzger, aber… das muss man sich dauerhaft auch erst einmal leisten können. :nervous:

  3. […] sie sagte, sie wolle dann einmal die Woche Fleisch essen. Zu guter letzt sehnte sie das Ende der Fleischfastenzeit herbei und schwor “NIE wieder Fleisch fasten“. Sicherlich ist dieses Umdenken auch den […]

  4. […] sie auch Freunden zeigen kann und wir machten im Garten ein kleines Shooting. Sie entschied sich Fleisch zu fasten und ich räumte ihr Zimmer groß um. Zweimal waren wir in Bonn, genossen bestes Wetter und […]

  5. […] sie sagte, sie wolle dann einmal die Woche Fleisch essen. Zu guter letzt sehnte sie das Ende der Fleischfastenzeit herbei und schwor „NIE wieder Fleisch fasten„. Sicherlich ist dieses Umdenken auch den […]

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