Sextaner-Nachmittag – eine aufregende Erfahrung

\Sextaner-Nachmittag – eine aufregende Erfahrung

Sextaner-Nachmittag – eine aufregende Erfahrung

Der Tag der Tage rückt immer näher und die große Tochter wird täglich aufgeregter. Während wir über irgendetwas reden kommt häufig ganz unvermittelt „Orrr, ich freu‘ mich so auf das Gym!“. Oder sie ist ganz verunsichert und möchte lieber auf der Grundschule bleiben. Sie fragt sich ständig, wie wohl dies oder jenes wird. Ob die Klassenlehrer nett sein werden? Wo die Klasse liegt? In welche sie kommt? Ob die Freundinnen in die selbe kommen? Wie der Stundenplan sein wird? Ob sie auch 8 Stunden haben wird? Und vieles, vieles mehr.
Da die große Tochter wohl nicht als einzige so aufgeregt ist, hat die Schule seit Jahren einen Kennenlernnachmittag vor den Ferien eingerichtet – den Sextaner-Nachmittag. Dort wird die Aufteilung der Klassen bekannt gegeben. Die Kinder lernen das Klassenlehrerteam kennen, nehmen an einer Rallye durch die Schule teil und bekommen ihre Schulwegpaten zugeteilt, während die Eltern mit den ersten Informationen versorgt werden.

Diesen Nachmittag sah die große Tochter bereits als Vorstufe zum Gymnasium an und hibbelte ihm entgegen.
Wir wurden sehr nett, aber auch wuselig begrüsst. Überall aufgeregte Kinder mit mindestens genauso aufgeregten Eltern. Man konnte die Spannung förmlich spüren.
Nach einem Auftritt der Akrobatik-Künstler aus der 6. Klasse kam es zur Aufteilung der neuen Fünfer. Die große Tochter hörte angestrengt zu, ob die Freundinnen aufgerufen wurden, stöhnte einmal kurz auf, als der (bereits bekannte) Lehrer seine Klasse zugeteilt bekam und sie nicht dabei war und jubelte schlussendlich, nachdem nur noch die 5C übrig geblieben war, ihre Freundinnen noch neben ihr standen und sie zu ihrem Lehrerteam aufgerufen wurden.
Im Klassenzimmer stellten sich die Klassenlehrer mit ihren Fächern vor und erklärten den Ablauf des Nachmittags. Nachdem die Kinder mit ihren Klassenpaten (4 Zehntklässler) verschwunden waren, verteilte sich die Elternschaft im nun freien Stuhlkreis. Keine minibabykleinen Stühle, wie im Kindergarten, mehr. Ein großes Yay! Dort gab es einige Informationen rund um den ersten Schultag, die Mensa, die Hausaufgabenbetreuung und den allgemeinen Start am Gymnasium, während man bereits Heftpakete vorbestellen konnte. Das Lehrerteam ist wahnsinnig nett und macht einen tollen Eindruck. Es besteht immer aus einem männlichen und einem weiblichen Part. Wobei jeweils ein erfahrener und ein neuerer Lehrer dabei ist. Die Lehrer der großen Tochter sind jeweils seit 25 und 5 Jahren an der Schule.
Im Anschluss wurden die Eltern zum fröhlichen Kennenlernen in der Cafeteria aufgerufen, während auf die Rückkehr der Kinder gewartet wurde.
Die große Tochter kam irgendwann zurück und war ganz euphorisch. Endlich konnte sie sich die neue Schule richtig ansehen. Bei dieser Gelegenheit stellte sie fest, dass sie ihr zuvor viel größer vorgekommen ist. Nun fand sie ihre Klasse schon ganz alleine und war darüber sehr glücklich. Außerdem ist sie jetzt weder die jüngste, noch die kleinste in ihrer Klasse. Ebenfalls ein Grund zur Freude.

Auf dem Heimweg hoffte ich noch, meine Tochter wäre nun beruhigter, weil sie zumindest in etwa weiß, was da auf sie zukommt. Doch weit gefehlt. Den Stundenplan gab es immer noch nicht. Sie kennt nur die Lehrer für Englisch, Erdkunde, Sport und Biologie – den Rest aber nicht. Sie weiß nicht, wie die Klasse so ist. Welche Fächer es geben wird. Ob das alles schwer ist. Ob die neuen Bücher spannend sind.
Es blieben viele Fragen offen. Natürlich. Und eigentlich machte sie der Sextaner-Nachmittag nur noch aufgeregter, als sie es ohnehin schon gewesen ist. Viel öfter fallen nun Sätze, in denen sie den Wechsel mal bedauert, mal herbeisehnt und mal einfach nur hibbelig vor sich hin quäkt.
Dennoch war der Nachmittag ein voller Erfolg. Diese aufgeregtwuselige Spannung, voller Vorfreude und Angst gehört zum Schulwechsel ja auch irgendwie dazu.
Noch ~7 Wochen. Dann wird die große Tochter wieder ein ganzes Stückchen gewachsen sein. Sie wird dann zusammen mit fast Tausend anderen Kindern auf die Schule gehen. Morgens wird sie noch vor dem Liebsten und mir das Haus verlassen, den Bus oder Zug nehmen, damit in die kleine Stadt fahren und zur Schule gehen. Sie wird in Biologie, Erdkunde, Geschichte, Mathe, Deutsch, Englisch und einigen anderen spannenden Fächern unterrichtet werden. Sie wird mit ihren 27 Klassenkameraden Spaß haben, sich zanken und wieder vertragen. Es wird toll. Ganz bestimmt! Seufz.

Von | 2014-07-01T16:50:27+00:00 Dienstag, 1. Juli 2014|Kategorien: Kinder, Kinder!|Tags: , , |2 Kommentare

Über den Autor:

Die Alltagsheldin heißt im echten Leben Tanja, ist 31 Jahre alt und lebt mit dem einen Mann, ihren Kindern Nina (09/04), Lotte (05/15) und Jona (01/17) im Sauerland. Sie hat ihr Abitur nachgeholt, studiert nun was Soziales und jongliert zwischen Uni und der Familie - mal mehr, mal weniger erfolgreich.

2 Kommentare

  1. Anja Schlüter 1. Juli 2014 um 18:36 Uhr - Antworten

    Ich hab’s schon einmal hinter mir. Und ja, es wird toll!
    (Beim zweiten war’s dieselbe Schule, aber trotzdem noch aufregend genug..)

    P.S. Bekommt sie eine kleine Schultüte??

  2. Silke 2. Juli 2014 um 14:24 Uhr - Antworten

    Oh wow, wie schnell die Zeit doch jetzt rum gegangen ist. Ich kann mich noch sooooooooo gut an die erste Klasse und die damaligen Entscheidungen bzw. das ringen mit eben jener erinnern und nun ist die Grundschule schon um, einfach so vorbei. Und ich muss sagen, ich finde es toll, dass die Schule so einen kleinen Kennenlernnachmittag macht, gab es zu meiner Zeit noch nicht (wobei ich gar nicht weiß, ob das hier überhaupt gemacht wird). Das werden bei euch sicherlich seeeeeeehr hibbelige Sommerferien *g*

Hinterlassen Sie einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: