Taschengeld – unsere Erfahrungen

\Taschengeld – unsere Erfahrungen

Taschengeld – unsere Erfahrungen

Geld wird für Kinder relativ früh zum Thema. Sie sind ganz verrückt danach Münzen in die Spardose zu schmeißen, haben aber zum Wert noch keinen so rechten Bezug. Und irgendwann ist es dann so weit: es gibt das erste, eigene Taschengeld. Doch wann? Wie viel ist ein guter Betrag zum Einstieg? Und wozu soll/darf es verwendet werden?

Der Beginn

Bei uns startete das Projekt Taschengeld als die große Tochter zum Vorschulkind wurde. Zuvor hatte ich es schon einmal versucht, doch sie war einfach noch nicht so weit, spielte viel mit dem Geld und verlor es regelmäßig. Mit dem Vorschulalter war der Start bei uns perfekt. Nun verstand sie, was es bedeutet eigenes Taschengeld zu bekommen. Sie konnte zu dem Zeitpunkt sicher bis 20 rechnen und versuchte sich auch an den kniffligen Dezimalzahlen.

Wie viel Taschengeld ist okay?

Taschengeld für KinderÜber den Betrag hab ich mir keine Gedanken gemacht, ich gab ihr aus einem Gefühl heraus gleich zu Beginn 1,50 € wöchentlich. Eine ganze Menge, wie ich später feststellte. Versuche ich mich an Empfehlungen zu halten, so wären in dem Alter wohl höchstens 50 Cent angebracht. Da sich meine Tochter davon aber das ein oder andere auch kaufen können sollte und ich ihr keine Extras mehr zu kaufen gedachte, fand ich das ein wenig mau.
Mit der Einschulung stieg ihr Taschengeld auf volle 2,- € wöchentlich an. Danach blieb es lange auf diesem Niveau.
Allerdings hatte sie immer die Möglichkeit sich Geld dazu zu verdienen. So konnte sie zum Beispiel Staub wischen, saugen oder das Sockenmemory machen. Je nach Aufwand und investierter Zeit gab es zwischen 50 Cent und 2,- € extra dazu. Sie nutzte die Möglichkeit mal mehr, mal weniger stark, meist vergaß sie es aber oder fand spielen wichtiger. Auch gut.
Als sie dann in der 4. Klasse war las ich irgendwo, dass man bei Schulkindern nach der Klasse gehen kann. Dass also ein Erstklässler einen Euro und ein Viertklässler vier Euro bekommen kann/soll. Dann bekam meine Tochter nun also deutlich weniger. Zu dieser Zeit dachte sie deutlich öfter an die Extramöglichkeit und nutzte sie auch, sodass wir es anders regelten: Zu ihren fixen 2,- €  konnte sie sich von nun an durch Helfen weitere 2,- € wöchentlich dazu verdienen und kam so auf höchstens 4,- €-
In den Sommerferien bekam sie dann mit, was die ♥-Freundin bekommt, nämlich 5,- € wöchentlich und fragte, ob ihres nicht auch ansteigen könnte. Da sie in die 5. Klasse wechseln sollte sicherten wir ihr zu, dass sie nach den Ferien den höheren Betrag bekommen wird.
Da das Thema Chaoskind aber nach wie vor ein größeres ist, haben wir nun noch eine neue Idee, wovon ich bei Frau Wundervoll las. Ihre Kinder können sich jede Woche einen Euro extra dazu verdienen, wenn ihr Zimmer Samstag Mittag um 12 Uhr picobello aufgeräumt ist. Am Sonntag schlug ich es meiner Tochter vor und sie stimmte zu, wirkte aber noch skeptisch ob dieses Bonus. Ich bin gespannt, wie das klappen wird und hoffe, dass wir das Thema Chaoskinderzimmer damit ein wenig in den Griff bekommen.

Was muss selbst gekauft werden?

Mit dem eigenen Taschengeld für das Kind änderte sich auch einiges am Kaufverhalten bei mir. Von nun an musste sich meine Tochter alle Extras selbst kaufen. Wenn sie mal das rosaglitzernde Feenheft haben wollte. Oder wenn sie sich zwischendrin ein Spielzeug wünschte. Dafür war nun das Taschengeld da. Eis, Kleidung, Essen, Süßigkeiten und alles andere, was notwendig war, kaufte weiterhin ich. Natürlich.
Schnell merkte sie, dass sie für das Feenheft 2 Wochen sparen musste und tat das auch regelmäßig. Bei größeren Wünschen hielt ich sie dazu an zu sparen. Wenn sie die Hälfte zusammen hatte, tat ich ihr die andere Hälfte dazu. Das allerdings nicht immer und nur dann, wenn ich den Wunsch für sinnvoll hielt. Völlig subjektiv also.
Mittlerweile ist sie deutlich älter und auch schon mal alleine mit der ♥-Freundin unterwegs. Nun kauft sie sich viele Dinge extra, die ich ihr zuvor noch gekauft habe. Zum Beispiel Süßigkeiten. Oder mal ein Eis. Andererseits bezahle ich weiter die Eintrittskarte für das Schwimmbad, die Kinokarte und dazu eine Portion irgendwas. Möchte sie mehr, muss sie es selbst bezahlen. Auch streift sie regelmäßig durch den Drogeriemarkt, kauft sich Parfüm, Cremes oder Nagellack. Hat sie zum Beispiel im Winter stark trockene Haut, kaufe ich die notwendige Creme. Möchte sie sich aber etwas so gönnen, muss sie es ebenfalls selbst kaufen.
Ausnahmen hierzu gibt es immer. Wenn sie zum Beispiel einen Ausflug mit der Klasse hat, dann bekommt sie etwas Geld für Essbares mit (trotz eigener Brotdose) und kann sich vom Rest in der Regel auch noch ein Souvenir mitnehmen. Ich gebe ihr dann immer passend Geld mit, also so viel, wie ich okay finde, wenn sie es ausgibt. Oft bringt sie einiges wieder mit, wovon ich ihr dann einen Bonus zum Taschengeld gebe.

Geldgeschenke

Wenn Weihnachten, ihr Geburtstag oder sonst irgendetwas Festliches ansteht, bekommt meine Tochter immer Sachgeschenke. Wir erfüllen gerne Herzenswünsche oder verschenken andere Dinge, die uns sinnvoll und/oder passend erscheinen. Geld schenkten wir ihr noch nie und das wird hoffentlich auch noch ein Weilchen so bleiben.
Doch sie bekam von anderen durchaus auch mal Geld geschenkt. Mit 7 hat ihr der Papa 70,- € zu Weihnachten geschenkt. Uroma und Uropa nochmal 20,- €. Zusammen mit ihrem bis dahin angesparten und erarbeiteten eigenen Geld hatte sie damals weit über 120,- € in ihrer Geldbörse. Huiiih! Und das war die Zeit, in der ich ein wenig beim Ausgeben eingriff. Denn wenn es nach ihr gegangen wäre, hätte sie alles in rosaglitzerndes Feenzeug investiert.
Bis sie es aber letztendlich ausgab dauerte es ein Weilchen. Wir verbrachten öfter gefühlte Stunden im Spielwarengeschäft. Da tigerte sie von Regal zu Regal, verglich Preise, überlegte und rechnete. Und meist entschied sie sich dann doch dagegen.

Insgesamt läuft die Taschengeldsache gut. Manchmal kommen noch Fragen, ob wir ihr dieses oder jenes kaufe. Ab und zu stimmen wir zu, das aber sehr sehr selten. Meist verweisen wir dann auf ihr Taschengeld, den nahenden Geburtstag oder Weihnachten. Einzig bei Büchern werden wir schwach und kaufen ihr hier und da doch welche. Einfach auch weil wir finden, dass das so ein schönes und sinnvolles Hobby ist, dass wir das gerne unterstützte.

Von | 2014-08-26T08:10:26+00:00 Dienstag, 26. August 2014|Kategorien: Kinder, Kinder!|Tags: , , |7 Kommentare

Über den Autor:

Die Alltagsheldin heißt im echten Leben Tanja, ist 31 Jahre alt und lebt mit dem einen Mann, ihren Kindern Nina (09/04), Lotte (05/15) und Jona (01/17) im Sauerland. Sie hat ihr Abitur nachgeholt, studiert nun was Soziales und jongliert zwischen Uni und der Familie - mal mehr, mal weniger erfolgreich.

7 Kommentare

  1. Frl. Null.Zwo 26. August 2014 um 11:23 Uhr - Antworten

    Klingt für mich sehr bekannt aus dem meiner eigenen Kindheit und werde ich wohl ziemlich genauso handhaben.
    Mal sehen, wann hier der explizite Wunsch nach Taschengeld aufkommt. Mit dem Feriengeld sind hier nämlich auch die Glitzerhefte eingezogen…

  2. Nordseeleben 26. August 2014 um 13:15 Uhr - Antworten

    Hier ist es ähnlich. Hin und wieder erfüllen wir dann auch mal den ein oder anderen wunsch. Hauptsächlich ist dass Taschengeld jedoch dafür da. Leider wird es noch oft für süßes ausgegeben obwohl wir davon mehr als genug zuhause haben.

    Die Möglichkeit des selbst dazu verdienen besteht hier auch. Natürlich gibt es feste punkte im haushalt die gemacht werden weil es dazu gehört. Macht sie etwas besonders ausdauernd oder gründlich gibt es hier und da was extra.

  3. Nessa 31. August 2014 um 17:57 Uhr - Antworten

    Wird es das Taschengeld weiterhin wöchentlich geben?
    Ich habe ab der 5. Klasse ein Girokonto bekommen. Mit Karte! Boah was war ich cool, weil ich damit am Geldautomaten Geld abheben konnte 😀
    Ich denke, dass ich es mit meinen Kindern ähnlich machen werde.

    • Alltagsheldin 31. August 2014 um 18:03 Uhr - Antworten

      Ja, wöchentlich gibt es das. Samstag oder Sonntag bekommt sie es ausgezahlt.
      Ein eigenes Konto ist natürlich genial. Kchrkchrkchr.
      Vielleicht gibt’s das hier mit 11 oder 12, zum Geburtstag oder so. Ich glaube jetzt wäre meine damit noch überfordert (und das Konto kaum genutzt, da sie es meist schnell auf den Kopf haut, momentan).

      • Nessa 31. August 2014 um 18:21 Uhr - Antworten

        Chrchr, versteh ich!
        Andererseits regt so ein Konto auch zum sparen an, weil man das Geld ja erstmal nicht in der Hand hat 😉
        Ich bin mal gespannt, wie es bis dahin bei meinen mit dem Taschengeld aussieht 😉

  4. […] Die große Tochter bekommt ja genügend Taschengeld, dass sie sich das alles theoretisch leisten könnte. Will sie aber gar nicht. Sie musste bisher […]

  5. Loom, oh Loom! | Alltagsschrott 17. September 2014 um 08:38 Uhr - Antworten

    […] minderwertig sein und Verletzungsgefahr bergen sollen. Übrigens griff hier wieder unsere Ausnahmeregelung für das Taschengeld: wir steuerten ihr die Hälfte des Preises bei. Die Ankunft des Paketboten wurde sehnsüchtigst […]

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