Helau statt Alaaf

\Helau statt Alaaf

Helau statt Alaaf

Zieht man als Rheinländer ins Sauerland, so muss man sich an einige Veränderungen gewöhnen. Neben einigen Begrifflichkeiten, ändern sich auch ganze Abläufe und Namen von lieb gewonnenen Traditionen. Wir feierten Karneval, hier nennt sich das Fastnacht. Bei uns riefen alle Alaaf, hier heißt es Helau. Und dann treffen sich die Kinder hier auch noch an Weiberfastnacht, ziehen von Tür zu Tür und singen Lütteke:

Lüttecke, Lüttecke, Fastenacht,
wir hab’n gehört, ihr habt geschlacht,
ihr habt so ne dicke Wurst gemacht,
gebt uns eine, gebt uns eine,
aber nicht so ne‘ ganze Kleine.

Lass das Messer sinken, bis in den fetten Schinken,
lass uns nicht so lange stehen,
wir wollen noch ein Häuschen weitergehen!

Wir wohnen ja nun erst seit 3,5 Jahren hier, doch die Tochter war bisher jedes Jahr begeistert singen. Klar, machen schließlich alle. Allerdings war sie bisher auch sonst nicht so wirklich eingebunden. Klar, die Grundschule feierte Weiberfastnacht, Freitag war dann Schulfrei und ab Rosenmontag ging der schulische Alltag normal weiter. Doch dieses Jahr ist es das erste Mal anders, weil die große Tochter sich für die Funkenmariechen interessierte und dort seit letztem Jahr mitmischt. Sie sah es bei Freundinnen, ging mal zum zuschauen mit und dann war es um sie geschehen. Seitdem ist sie einmal wöchentlich beim Training gewesen und hat auch hier und da Schritte geprobt. Aber ehrlich gesagt bekam ich sonst nicht so wirklich viel mit. Bis kurz vor Karneval, äh Pardon, Fastnacht. Denn da kamen die Termine für die Auftritte ins Haus und beim Eintragen im Familienplaner musste ich dann schon ein wenig doof gucken. Der erste Auftritt fand beim Kindergardetreffen statt, den haben wir uns auch alle angesehen. Bei den restlichen Terminen besuchen sich die ganzen Vereine eben gegenseitig zu den Sitzungen und treten dort auf. Puuuuh.
Damals, als wir in Bonn wohnten und die große Tochter zu den Funkenmariechen wollte, habe ich das aus eben diesem Grund abgelehnt. Es gab viele, viele Auftritte. In Sitzungen, bei Zügen und sonstigen Veranstaltungen. Ich fand, dass das für eine 4- und 5-jährige einfach zu viel ist. Heute ist sie 10, hat noch mehr Verpflichtungen (wie zum Beispiel die zwei Klassenarbeiten nächste Woche, für die sie lernen musste) und macht dann doch bei sowas mit. Tja, man kann als Mama halt nicht alles fern halten und leider enden dann die Karnevalstage in absolutem Stress. Das gehört dann wohl dazu, wenn die Tochter in der Garde tanzt.
Und das, zugegebenermaßen, gar nicht mal so schlecht. In diesem Jahr führten sie einen Showtanz auf und ich bin ziemlich begeistert, was in einem einzigen Jahr da auf die Beine gestellt wurde. Und für 2016 üben sie einen Gardetanz ein, wo die Tochter auch dabei sein wird.
In Bonn waren wir ständig auf irgendwelchen Zügen. Die Tochter ging mit den Großeltern auf einen, mit dem Papa auf einen anderen und ich musste auch noch mit. Hier hab ich bisher keine Züge gesichtet. Irgendwie auch schade…

Aber ein Helau werde ich wohl nie über die Lippen bringen, wenn es doch immer ALAAF hieß. Niemals!

Von | 2015-02-14T21:39:04+00:00 Samstag, 14. Februar 2015|Kategorien: Kinder, Kinder!|Tags: , , , |0 Kommentare

Über den Autor:

Die Alltagsheldin heißt im echten Leben Tanja, ist 31 Jahre alt und lebt mit dem einen Mann, ihren Kindern Nina (09/04), Lotte (05/15) und Jona (01/17) im Sauerland. Sie hat ihr Abitur nachgeholt, studiert nun was Soziales und jongliert zwischen Uni und der Familie - mal mehr, mal weniger erfolgreich.

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