Das 5000-Gramm-Baby| ET +2

\Das 5000-Gramm-Baby| ET +2

Das 5000-Gramm-Baby| ET +2

Als ich heute früh zur Vorsorge aufbrach war ich zwar genervt von den 2-tägigen Terminen, aber recht entspannt was die Schwangerschaft und baldige Geburt angeht. Es kann jederzeit losgehen. Oder noch was dauern. Das Baby macht das schon. Dachte ich mir.
Beim CTG zeigte sich eine vorbildlich abhörbare, aber leider schlafende Babydame. Da das so nicht geht, wurde sie geweckt und hat sich danach ziemlich stur gestellt. Ständiges Wegdrehen, Treten und Boxen. Tja.
Beim anschließenden Gespräch mit der Ärztin sagte sie mir zunächst noch, dass ich am Freitag in die Praxis des Belegarztes müsse, am Sonntag dann in die Klinik zur Kontrolle und Montag sollte dann sowieso eingeleitet werden. Da sprach ich gleich mein Veto aus und musste mit ihr um den Entbindungstermin diskutieren. Sie schaute dann noch nach dem Muttermund und wollte einen schnellen Ultraschall machen. Nach der Plazenta und dem Fruchtwasser sehen. Sowas halt. Plazenta nur leicht verkalkt, keine Bedenken. Fruchtwasser mehr als ausreichend vorhanden. Es sollten mind. 3 cm sein, 5,8 hab ich – das genügt also. Dann wurde sie stutzig, vermaß das Baby einmal, nochmal und ein letztes Mal. Jeder der Werte hatte eine 5 vorne dran. Am Ende wurde sie leicht panisch und sagte der MFA, sie solle mal fix in der Klinik anrufen und schauen, ob sie den Belegarzt noch bekommt. Ich sollte vielleicht eher heute noch vorstellig werden. Das müsse er sich ansehen.
Sie erklärte mir dann, dass sie auch bei mehrfacher Messung auf ein vermutliches Gewicht von über 5 kg käme, das Baby definitiv richtig, richtig groß und kräftig sei und sie in diesem Fall eine spontane Geburt nicht empfehlen könnte.
Der Arzt war leider nicht mehr da oder bereits auf dem Sprung, jedenfalls wurde beim Rückruf dann gebeten, dass ich morgen mal in die Klinik komme und das Baby noch einmal vermessen wird. Wenn sich die Werte bestätigten, würde die Babydame am Freitag geholt werden. Puuuh.

Ich bin ehrlich: Auf die Schätzungen gebe ich eigentlich nicht viel. Das Ultraschallgerät meiner Ärztin ist eine alte Krücke, das sieht man ja auch an den Bildern und allem. Außerdem war die Messung des Belegarztes schon beim letzten Mal um etwa 500 g weniger. Ich würde mir auch keine Gedanken machen, wenn es sich bei dieser Schätzung um irgendwas mit 4000 g handeln würde. Aber 5000?? Hallo?!???
Natürlich ist mir klar, dass auch 5000 g wirklich hoch gegriffen sind und einfach nicht passen können. Aber selbst wenn ich einbeziehe, dass der Mann bei seiner Geburt ein kleiner Mops war. Selbst wenn ich meine Statur und mein Gewicht mit einberechne. Selbst wenn ich die möglichen Abweichungen von +/- 500 g einbeziehe. All das. Dann sind wir immer noch bei einem Gewicht von weit über 4 kg.
Hinzu kommt, dass ich mir den Geburtsverlaufsbericht der großen Tochter habe zusenden lassen und dort etwas von einem Geburtshindernis durch Missverhältnis zwischen Fet und Becken steht. Außerdem natürlich der Geburtsstillstand, die abnormalen Herztöne und der insgesamt schwierige Verlauf. Dann ist da auch noch der Rat der Ärztin und mein nun wirklich ungutes Gefühl.
Auf der anderen Seite habe ich mich so sehr über diese doch so wahnsinnig unkomplizierte und total schöne Schwangerschaft gefreut. Ich habe mich so sehr darauf eingestellt spontan zu entbinden und wollte dies auch endlich, ENDLICH erleben dürfen. Es sprach doch alles dafür! Und jetzt DAS!
Natürlich überlege ich auch, ob ich das alles einfach ignoriere und es dennoch spontan versuche. Ist ja immer noch meine Entscheidung. Theoretisch. Doch praktisch ist da auch noch die Psyche, die eine Menge ausmacht. Und wenn ich mit dem schlechten Gefühl, all den Werten und dem Rat des Arztes in eine Geburt gehe, weiß ich nicht, ob ich das schaffe. Schaffen kann. Das demoralisiert doch. Das macht Angst. Das verkrampft. Und damit macht es das einfach unmöglich.

Tja. Nun werden wir morgen in die Klinik gehen. Aber insgesamt habe ich mich eigentlich schon fast damit abgefunden, dass es ein Kaiserschnitt werden wird. Einfach weil da zu viele Faktoren sind, die ich nicht beeinflussen kann, für mich und/oder mein Baby aber böse enden könn(t)en. Ist es das wert?

Von | 2015-05-13T22:09:31+00:00 Mittwoch, 13. Mai 2015|Kategorien: Kugelrund|Tags: , , , |5 Kommentare

Über den Autor:

Die Alltagsheldin heißt im echten Leben Tanja, ist 31 Jahre alt und lebt mit dem einen Mann, ihren Kindern Nina (09/04), Lotte (05/15) und Jona (01/17) im Sauerland. Sie hat ihr Abitur nachgeholt, studiert nun was Soziales und jongliert zwischen Uni und der Familie - mal mehr, mal weniger erfolgreich.

5 Kommentare

  1. Karin 14. Mai 2015 um 10:57 Uhr - Antworten

    Hallo liebe Tanja,
    als ich deinen Text hier las, musste ich unweigerlich an die Geburt von meinem zweiten Herzbuben vor sieben Monaten denken.
    Selbst mit einem Hochmodernen Ultraschallgerät können zwei Ärzte völlig daneben liegen. Allerdings zu meinen Gunsten, der Herzbube wurde 1kg bzw. 1,5kg leichter geschätzt. Ich hatte hinterher Gespräche mit zwei Ärzten geführt und sie hatten mir gegenüber auch zugeben, dass ich hätte sehr kämpfen müssen, damit ich spontan gebären kann, wenn das Gewicht vorher annähernd bekannt gewesen wäre. Diese Aussage fand ich ehrlich unheimlich ernüchternd, da die Geburt schnell und komplikationslos verlief und für mich sich auch nicht anfühlte, als würde ich ein Baby mit mehr als 4kg gebären (er wog letztendlich 4750g). ABER es sind auch schon weit leichtere Babys im Becken stecken geblieben. Und ich kann im Nachhinein auch nicht sagen, ob ich auf eine spontane Geburt bestanden hätte bzw. so entspannt in die Geburt gegangen wäre. Jetzt weiß ich, dass ich das kann. Und bei einem potentiellen dritten Baby, das auch so schwer sein könnte, wird mir kein Arzt von einer Spontangeburt abraten. Aber leider muss man das erstmal bewiesen haben.
    Ich drücke dir die Daumen, dass es gut verläuft. Und ich wünsche dir viel Kraft, egal wie dein Herzbaby zur Welt kommt. Raten kann ich dir nichts, außer vielleicht, dass du dir die verschiedenen Szenarien vorstellst und wie du dich dabei fühlst und auch die verschiedenen Szenarien mit einem Arzt und einer Hebamme besprichst.
    Aber vielleicht liegt dein Herzbaby auch schon in deinen Armen, wenn ich dir diese Zeilen schreiben 😉
    Liebe Grüße, Karin

  2. McMaren 14. Mai 2015 um 11:10 Uhr - Antworten

    Ich bin ja gar kein Freund von Gewichtsmessung, aber das sind schon mehrere Faktoren, die mich persönlich zum Kaiserschnitt tendieren ließen. Klar ist der nicht super, aber es ist ja das Ergebnis, was zählt. So oder so viel Erfolg!! 🙂

  3. Kathi 18. Mai 2015 um 19:49 Uhr - Antworten

    Liebe Tanja,
    bei Facebook hab ich es gelesen, das Heldenbaby ist da. Herzlichen Glückwunsch.

    Da war die Schätzung ja wirklich ziemlich richtig.
    Ich bin daher gespannt, was du über die Geburt berichtest.

    Aber erstmal eine tolle Eingewöhnung als vierköpfige Familie!

    LG
    Kathi

  4. […] ET+3. Wie angekündigt gehe ich morgens in die Klinik und möchte mit dem Belegarzt sprechen. Da der nicht da ist und […]

  5. […] ET+3. Wie angekündigt gehe ich morgens in die Klinik und möchte mit dem Belegarzt sprechen. Da der nicht da ist und […]

Hinterlassen Sie einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: