Warum wird eigentlich immer MEIN Kind beklaut? 

\Warum wird eigentlich immer MEIN Kind beklaut? 

Warum wird eigentlich immer MEIN Kind beklaut? 

Als die große Tochter etwa 4 Jahre alt war, vom Spielen eine Pause machte und zum Trinken kurz rein kam, war bei ihrer Rückkehr ihr Roller spurlos verschwunden. Im Kindergarten musste sie kurz darauf ihre geliebte pinke Fee als für immer verschollen abhaken. In der 1. Klasse wurde ihr ein besonders toller Bleistift geklaut, den sie in der Schultüte hatte. In der 2. war es die neue Skihose, die sie nur einmal ausführen durfte. Von diversen Buntstiften, Mützen, Handschuhen, Radiergummis, Schuhen und anderem Kleinkram möchte ich gar nicht erst anfangen, Ihr kennt sowas ja selbst.
Aber nun, in der letzten Ferienwoche, war es ihr Handy, welches sie sich vom Taschengeld zusammen gespart hatte, das ihr geklaut wurde. Bei einem Schulausflug. Man kann darüber diskutieren, ob es so klug war die Taschen mit den Wertsachen gesammelt abzustellen. Man kann sagen, dass eine 10-jährige kein ApfelPhone braucht. Aber man kann dennoch nicht abstreiten, dass niemand an die abgestellten Taschen zu gehen hat. Niemand hatte das Recht, den Roller einfach mitzunehmen. Niemand durfte sich die Skihose, die am Jackenhaken hing, vielleicht sogar aus versehen mitgenommen wurde, am Ende behalten. Niemand sollte sich einfach Dinge nehmen, die er schön findet, und für sein Eigentum erklären. Auch kein ApfelPhone, nur weil er selbst gern eins hätte.

Erst ging ich ja davon aus, sie hätte es verloren. Wir fuhren nachmittags nochmal zum Bauernhof, liefen die gesamte Strecke nochmal ab und hielten Ausschau. Zwischendrin riefen der Mann und ich regelmäßig auf der Nummer an. Als die Anrufe immer mal wieder abgewiesen wurden, dämmerte uns, dass da jemand dran rumspielte. Und als am nächsten Morgen um kurz nach 5 mein Handy klingelte und das Tochterhandy anrief war klar, dass sich jemand an ihren Sachen zu schaffen gemacht haben muss und es eingesteckt hatte. Um kurz nach 5 kam derjenige wohl nicht so recht mit dem eingestellten Wecker zurecht und rief aus versehen die Nummer zurück, die eben noch angerufen hatte. Tja…

Mir tut mein Kind nur unheimlich leid. Sie hat wirklich lange darauf gespart, sich endlich dieses Handy kaufen zu können und war so stolz, als es ankam und sie es nutzen konnte. Dass sich da einfach jemand bedient hat und >>mal wieder<< ausgerechnet mein Kind beklaut wurde, ärgert mich ungemein.
Zumal mir selbst langsam die Argumente ausgehen, warum man klauen „nicht macht“.
„Weil es nicht Dir gehört!“ – „Ach ja? Und mein Handy gehörte … wem?“ //
„Weil der andere traurig ist, wenn man ihm was wegnimmt!“ –  „Ach ja? Und mich macht es glücklich, wenn man mir MEIN Handy wegnimmt?“ //
„Weil man das nicht macht!“ –  „Ach ja… ?“ //
Ihr versteht? Die Tochter hat natürlich recht. Auf der einen Seite. Auf der anderen Seite rechtfertigt die eigene schlechte Erfahrung natürlich keinen Diebstahl. Seufz. Das weiß sie, aber ich kann ihren Frust absolut nachvollziehen. Immer trifft es sie.
Im-mer! Man ey!

beklaut - Handy - iPhone 4S geklaut - Anzeige erstattetUm zumindest die richtigen Signale zu setzen, waren wir gestern bei der örtlichen Polizeidienststelle und haben Anzeige erstattet. Gegen Unbekannt. Und selbst der Polizist sagte, er könne mit der Tochter nicht mal motzen, denn sie hat nichts falsch gemacht. Die Lehrer forderten die Klasse auf, ihre Taschen dort abzustellen und die Klasse tat es. Dass in ihrer Abwesenheit jemand an die Sachen ging, die Tasche durchsuchte und das Handy der Tochter mitnahm, war einfach nicht vorhersehbar. Und natürlich auch nicht okay.
Er war sehr freundlich, erklärte der Tochter, was nun passieren wird und sagte, dass wahrscheinlich jemand aus ihrer Klasse der Dieb ist. Er drückt ihr die Daumen, dass derjenige „kalte Füße“ bekommt und das Handy irgendwann wieder auftaucht. Aber die Hoffnung haben wir nicht mehr.
Mistkack ey!

Von | 2017-07-31T16:51:18+00:00 Freitag, 26. Juni 2015|Kategorien: Kinder, Kinder!|Tags: , , , , , , |2 Kommentare

Über den Autor:

Die Alltagsheldin heißt im echten Leben Tanja, ist 31 Jahre alt und lebt mit dem einen Mann, ihren Kindern Nina (09/04), Lotte (05/15) und Jona (01/17) im Sauerland. Sie hat ihr Abitur nachgeholt, studiert nun was Soziales und jongliert zwischen Uni und der Familie – mal mehr, mal weniger erfolgreich.

2 Kommentare

  1. Frl.Null.Zwo 29. Juni 2015 um 20:02 Uhr - Antworten

    WTF?!?!
    Wurde sonst noch jmd bestohlen? Woher wusste der Dieb, in welchem Schulrucksack er zu suchen hatte?
    Oh Mann, das ist echt so was von gemein!!!
    Zahlt ggf die Versicherung?
    Vielleicht sollte sie es in Zukunft mit Pin schützen und ganz ausschalten, dann kann zumindest nicht einfach damit telefoniert werden… MannMannMann!

    • Alltagsheldin 29. Juni 2015 um 23:31 Uhr - Antworten

      Ja genau: WTF? Dachte ich mir auch, als die Tochter Zuhause berichtete.
      Sie war auch die Einzige, bei der etwas verschwand, niemand sonst war „betroffen“. Und sie ist nur eins von zwei Kindern, die den Apfel haben – Zufall? Hmm…
      Eine Versicherung haben wir dazu leider nicht. Und auch die Ortungsapp nicht installiert, das ist wohl bei der Wiederherstellung vom alten auf das neue Handy verloren gegangen.
      Ein Pin ist aber drin, derjenige kann also nichts mit dem Telefon anfangen. Nur zurückrufen funktioniert halt. Glaube ich. (Oder derjenige hat den Code geknackt?!)

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