Schwangerschaftsdiabetes – Jackpot!

\Schwangerschaftsdiabetes – Jackpot!

Schwangerschaftsdiabetes – Jackpot!

Irgendwie war die Besprechung bei meiner Ärztin am vergangenen Donnerstag ein wenig anders, als ich es erwartet habe.
Nachdem die erste Blutprobe entnommen wurde, rief sie mich nochmal ins Besprechungszimmer und erklärte mir, was die Diabetologin aus der großen Klinik gesagt hat. In dem Zuge betonte ich nochmal, dass ich das Metformin weiterhin nehme und ob die Werte dann nicht anders zu beurteilen wären. Da fiel sie erstmal aus allen Wolken. Komisch, eigentlich hab ich ihr das mehrmals gesagt: Bei der ersten Vorsorge, da riet sie mir zum Absetzen. Bei der zweiten sagte ich, dass ich das weiter nehmen würde, worauf sie nicht weiter einging. Außerdem bat ich um eine Überweisung zu einem Diabetologen, weil das so alles ein bisschen schwammig ist, was sie aber zu dem Zeitpunkt für unsinnig hielt, da viel zu früh. Und jetzt bin ich blöd, weil ich es nicht erwähnt habe, der ogTT damit hinfällig, weil verfälscht, war und überhaupt. Gnah!

Gewonnen: Ein Krankenhausaufenthalt.

Nun ja. Jedenfalls war die zweite Blutprobe dann ebenfalls hinfällig. Stattdessen wurden wilde Telefonate mit der großen Klinik geführt und am Ende hatte ich einen Termin für Montag zur stationären Aufnahme. Dort sollte ich auf Insulin eingestellt werden und dafür auch eine Nacht da bleiben, damit auch nachts der Blutzucker gemessen werden kann, damit keine Unterzuckerung entsteht.

Schwangerschaftsdiabetes im Krankenhaus - Insulin einstellen

Organisatorisch war das eine kleine Katastrophe, da wir in der Woche einige Termine haben. Insbesondere der Montag war anders geplant: Der Mann hätte eine Sicherheitsunterweisung für sein Praktikum gehabt, an der er nun nicht teilnehmen konnte, womit das gesamte Praktikum für ihn gestrichen ist. Außerdem hatte Nina nachmittags Physio und danach stand ein Termin bei einem Caterer an, der uns ein Angebot für die Hochzeit machen wollte. Da der Mann das Auto brauchte, fuhr er mich nun also ins Krankenhaus. Auf dem Rückweg schlief Lotte ein und verweigerte später ihren Mittagsschlaf. Zum Termin beim Caterer war sie dann schon wieder müde und machte die Besprechung zu einer richtigen Herausforderung.

Schwangerschaftsdiabetes, jetzt also wirklich

Habe ich im letzten Update noch geschrieben, dass ich vermutlich eine Tendenz zu Schwangerschaftsdiabetes habe, so gelte ich jetzt als Risikoschwangere mit Schwangerschaftsdiabetes. Jackpot. Das bedeutet in erster Linie viermal täglich Insulin spritzen, eine strenge Diät und eine ziemlich engmaschige Überwachung. Ich werde von nun an im wöchentlichen Wechsel zur Vorsorge in der großen Klinik und bei meiner Ärztin sein. Wö.chen.tlich! Wie das organisatorisch gehen soll, frage ich mich immer noch. Schließlich gehen bald erst Schule und dann die Uni wieder los, ich mache nebenbei mein Praktikum, wir planen unsere Hochzeit, den Urlaub und der Haushalt muss ja auch irgendwie laufen.

…es hat auch positive Seiten!

Aber ich versuche das Ganze dennoch positiv zu sehen. In der Schwangerschaft mit Nina hatte ich auch Schwangerschaftsdiabetes und hatte es dann ein wenig im Griff. Obwohl ich wenig aufgeklärt war und kaum wusste, was das für eine Bedeutung hat. Bei Lotte habe ich mit einer Schwangerschaftsdiabetes gerechnet und war überrascht, aber froh, als die beiden Tests in der Schwangerschaft keine Auffälligkeiten zeigte. Doch nach der Geburt war eigentlich allen klar, dass da doch was gewesen sein muss. Kein Baby wiegt unter normalen Umständen fast 5 kg bei der Geburt!
Die engmaschige Kontrolle meines Blutzuckers wird auch dazu führen, dass ich hoffentlich (!) nicht wieder um die 30 kg zunehme. Ich merke einfach jetzt schon, dass das mit Übergewicht und Kleinkind einfach anders und anstrengender ist und würde die Schwangerschaft doch gerne möglichst unbeschwert genießen können!

Das Krankenhaus – ein Einblick

Gut ist außerdem, dass ich mir das Krankenhaus in der großen Stadt selbst mal ansehen konnte. Bisher hörte ich nur Schlechtes davon und konnte mir gar nicht vorstellen, dass es wirklich so schlimm sein soll. Ist es aber.

Schwangerschaftsdiabetes - Krankenhaus - Hygiene nicht ok - Unhygienisch

Sicherlich, fachlich haben sie da ihre Spezialgebiete und die Pränataldiagnostik ist auch gut ausgestattet, aber die Wöchnerinnenstation ist eher najagehtso bis iiihbäh und ich weiß nicht, ob ich das möchte.

So sind die Badezimmer z.B. auf dem Flur. Wenn ich mich daran erinnere, wie ich nach meinem letzten Kaiserschnitt auf wackeligen Beinen und in eher unwürdiger Position ins Bad begleitet wurde und ich mir dann vorstelle, dort so auf den Krankenhausflur raus zu müssen… ähem nein Danke. Außerdem sind die Badezimmer hygenisch nicht so, wie ich das in einem Krankenhaus erwarten würde. Hinzu kommt noch, dass auf der Station viel mehr Praktikanten und SchülerInnen als Schwestern anzutreffen waren und ich bei jeder Frage doppelt warten musste. Die Visite liegt irgendwann in der Mittagszeit, manchmal morgens und generell läuft man Ärzten und Schwestern viel hinterher, selbst wenn sie Dinge zugesagt haben („Ich komme gleich Blut abnehmen.“ und ich sah sie erst ganz spät abends wieder).
Nun ja, ich werde dennoch fragen, wie es dort mit einer 3. Geburt aussieht und ob auch ein weiterer natürlicher Versuch möglich wäre. Aber ich denke, ich fahre lieber etwas weiter in eine Klinik, als dort zu entbinden.

Schwangerschaftsdiabetes – wir gewöhnen uns aneinander. Langsam.

Jetzt aber gewöhne ich mich erstmal an das Schwangerschaftsdiabetes und hoffe, dass sich das schnell einspielt. Heute Morgen zum Beispiel hat das nicht so gut geklappt. Ich hab mir Insulin gespritzt und 10 Minuten vor Ablauf der Frist, wann ich was Essen darf, angefangen mein Frühstück vorzubereiten. Erst merkte ich, dass mir leicht komisch wurde und dachte noch daran, dass das der Blutzuckerspiegel ist. Aber ich kenne vom Kreislauf, dass ich dann noch ein paar Minuten Zeit habe. Dem war aber nicht so. Mein Sichtfeld wurde immer weniger und dunkler und ich wollte mir (wie von der Ärztin empfohlen) schnell ein Glas Milch machen, aber dazu kam ich nicht mehr. Das Glas glitt mir aus der Hand, ich konnte gar nichts mehr sehen und zitterte am ganzen Körper. Der Mann half mir, mich hinzusetzen und reichte mir Traubenzucker (soll ich eher nicht nehmen), dann erst wurde es besser.

Von | 2016-08-10T22:26:49+00:00 Mittwoch, 10. August 2016|Kategorien: Kugelrund|Tags: , , , |3 Kommentare

Über den Autor:

Die Alltagsheldin heißt im echten Leben Tanja, ist 31 Jahre alt und lebt mit dem einen Mann, ihren Kindern Nina (09/04), Lotte (05/15) und Jona (01/17) im Sauerland. Sie hat ihr Abitur nachgeholt, studiert nun was Soziales und jongliert zwischen Uni und der Familie - mal mehr, mal weniger erfolgreich.

3 Kommentare

  1. Sabrina Görlach 20. August 2016 um 21:17 Uhr - Antworten

    Ach da hat es dich ja voll erwischt du arme. Ich drücke dir die Daumen das nach der Entbindung der Zucker wieder verschwindet.

  2. […] beginne den Morgen mit… richtig, meinem neuen besten Freund: Insulin! Letzte Nadel, letztes Messplättchen. Aber der Wert ist super. […]

  3. […] da raus. Ursprünglich wollte ich bei der richtigen Planung dabei sein, verbrachte aber just diesen Tag im Krankenhaus, um auf Insulin eingestellt zu werden. Ärgerlich – sehr! – aber leider auch nicht […]

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