meine Hochzeit – Pleiten, Pech und Pannen

\meine Hochzeit – Pleiten, Pech und Pannen

meine Hochzeit – Pleiten, Pech und Pannen

  • Pleiten, Pech und Pannen - meine Hochzeit - kaputte Lightbox

Vor der Hochzeit hatte ich ein paar Ängste um das, was alles schief laufen kann. Die Ängste spitzten sich immer mehr zu, je näher der Hochzeitstag kam. Pech hatten wir vorher schon das ein oder andere Mal, aber Pannen wollte ich auf der Hochzeit gerne vermeiden und versuchte alles zu bedenken, was es zu bedenken gibt. Haha. So ein niedlicher Plan.

Trauzeugen, really?

Als wir die Eheschließung anmeldeten, sagte der Beamte uns, dass das mit den Trauzeugen ganz einfach sei, sie müssten nur einen Zettel ausfüllen, das war’s auch schon. Den anhängenden Brief las ich mir gar nicht durch, irgendwelche Formalien und so, nicht wahr?
Am Abend vor der Hochzeit tat ich es doch und mir traten die Schweißperlen auf die Stirn. Hatte der Standesbeamte nicht gesagt, wir müssten den ausgefüllten Zettel nur zur Trauung mitbringen? Warum zum Teufel steht dort nun, dass er hätte ein paar Tage vor der Trauung abgegeben worden sein müssen? H-I-L-F-E!!!
Am Morgen der Hochzeit versuchte der Mann also die Standesbeamtin, die uns trauen würde, zu erreichen. Zum drölfzigsten Mal, übrigens. Denn in den 2 Wochen vor der Hochzeit erreichte er sie nicht, obwohl wir unbedingt besprechen wollten, was sonst noch wichtig ist. Nach mehreren Versuchen ging sie dran und bat darum, dass wir ihr den Schein einfach faxen. Das gab erstmal noch größere technische Probleme, die unheimlich viel Zeit fraßen, aber dann war das endlich erledigt. Puh!!!

Zu spät, zu spät….

Wohl eine der typischsten Pannen ist, dass die Braut zu spät kommt. Tatsächlich hörte ich auch von vielen, dass das sogar geplant sein kann.
Wir waren dann beide wirklich spät dran. Während der Mann fertig war, sich die Mädchen schnappte und erst zum Bahnhof, zur Location der Feier, im Anschluss zum Floristen und dann zum Standesamt fuhr, war ich mit den Vorbereitungen bei „ich bin dann mal geduscht“ angekommen und wurde von der Freundin geschminkt. Das dauert natürlich ein ganzes Weilchen. Eigentlich sollte ich auch noch die Haare gemacht bekommen, aber daraus wurde am Ende nichts.

Findet der Bräutigam den Weg?

Der Mann erzählte mir hinterher, dass er ziemliche Probleme hatte, das Standesamt zu finden. Nachdem er unsere Service-Leute am Bahnhof eingesammelt, sie an der Location wieder abgesetzt und kurz instruiert hatte, machte er sich auf den Weg zum Standesamt. Unterwegs hatte er plötzlich mehrere unserer Gäste hinter sich und merkte erst da, wie spät er eigentlich dran ist.
Er berichtete mir, er hätte mehrere Male wenden müssen und war irgendwo in irgendeinem Kuhkaff, von dem er nicht wusste, wohin er weiter fahren musste. Lotte motzte in ihrem Sitz und war müde, die Uhr lief gegen ihn, hinter ihm vertrauten die Gäste darauf, dass er den Weg schon kenne und dann fiel ihm auch noch ein, dass er etwas vergessen hatte…

Wo bleibt die Braut?

Ständig schielte ich auf die Uhr und merkte, wie ich immer hektischer wurde. Längst hätten wir unterwegs sein müssen, denn die Fahrt zur Außenstelle des Standesamtes dauert. Und dann ist die Strecke auch noch unbekannt, wir hatten keine Ahnung wohin und mussten uns auf das Navi verlassen – da fährt man doch lieber früher los, oder? Laut Routenplanung sollte die Fahrt 25 Minuten dauern, wir brauchten etwas länger, fuhren aber auch erst wahnsinnig spät los. 5 Minuten vor der angesetzten Trauung.
Dem Mann schickte ich noch einen kurzen Text. Nicht dass der denkt, ich versetzte ihn!

Ringe? Wo sind die Ringe?

Kurz vor der Abfahrt, als ich schon auf dem Sprung war, klingelte mein Handy. Eigentlich war keine Zeit um ranzugehen, aber als ich sah, dass das der Mann war, tat ich es doch. Panisch fragte er, ob wir schon unterwegs seien. Dann bat er mich auf seinem Schreibtisch nach einem schwarzen Schächtelchen Ausschau zu halten. Die Ringe, die hatte er in der Aufregung und dem Trubel vorhin einfach liegen gelassen. Ein Glück war ich spät dran!!!

Eine Trauung? Hier? Äh, nein.

Die Fotografin berichtete später beim Brautpaarshooting, dass die Außenstelle des Standesamtes (ein Hotel) die Trauung gar nicht auf dem Plan hatte. Als sie dort ankam und nach den Örtlichkeiten der Trauung fragte, wurde sie nur fragend angesehen. Nach einigem hin und her fand sich der Termin doch noch im Terminkalender und die Mitarbeiter bereiteten schnell den Raum vor.
Ehrlich gesagt bin ich sehr froh, dass ich DAS nicht mitbekommen habe. Ich wäre wahrscheinlich ausgeflippt!!!

Service für mehr Ruhe – ein Satz mit X

Damit wir nicht alles selbst vorbereiten und aufräumen müssen und um unsere Gäste nicht mit einzuspannen, gönnten wir uns für unseren besonderen Tag ein paar Leute, die sowas wie Service machen sollten. Es ging eigentlich nur darum nach dem Rechten zu sehen und für das Grobe da zu sein. Dass das aber eine der größten Pannen sein würde, das ahnten der Mann und ich nicht…

Kleine Pannen, großes Ärgernis
  1. Sektempfang 
    Als wir am Standesamt los fuhren, schrieb ich den beiden, dass wir den Sektempfang bitte draußen machen wollten, weil das Wetter einfach genial war. Vor Ort angekommen standen zwar Stehtische draußen, der Empfang war aber für drinnen vorbereitet. Das fand ich schade.
    Was ich gar nicht mitbekommen habe: Er füllte die leeren Gläser einfach mit frischem Sekt auf, statt sie auszutauschen. Das fiel einigen Gästen auf, die mich später darauf ansprachen. Yeah – nicht!
  2. Rauchverbot ist Rauchverbot ist RAUCHVERBOT
    Während er sich um den Sekt kümmerte, stand die Tür offen. Erst dachte ich, er sei nur mal kurz mit der Zigarette drin, stellte dann aber fest, dass er ständig damit drinnen war – das ging gar nicht! Mal davon abgesehen, dass (kleine) Kinder anwesend waren und es selbstverständlich sein sollte, dass drinnen nicht geraucht wird, war auch in der Location Rauchverbot. Ich wies ihn freundlich darauf hin, worauf er mich abwimmelte. Ich blieb hartnäckig und bat ihn nochmal, das Rauchen drinnen zu unterlassen, was er erneut abwimmelte. Mehrere Male erklärte ich ihm erneut, dass das nicht geht. Genauso oft witzelte er, ich solle mich entspannen, er würde sich schon kümmern, etc. – daraufhin bat ich den Mann dazu. Dann ging er mit der Zigarette raus. Ich ärgerte mich.
  3. Museumsstücke sind Museumsstücke
    Während die beiden alleine an der Location waren, sollten sie eigentlich nur den Sektempfang vorbereiten. Er fand die Zeit die Location zu besichtigen und holte eine mehrere Jahrhunderte alte Trompete aus dem Musemsteil des Hauses. Diese positionierte er auf dem Brautpaartisch. Erst dachten wir, einer unserer Gäste würde etwas spielen, aber bald stellte sich heraus, was es damit auf sich hatte. Er weigerte sich, die Trompete zurück zu stellen, sodass der Mann sie erstmal nur in Sicherheit brachte und das später klären wollte.
  4. Whiskey – der feine Tropfen
    Der Mann ist ein Whiskey-Liebhaber und stellte sich auf der Hochzeit eine sehr edle und eben auch sehr teure Flasche beiseite. Er stellte sie absichtlich nicht zum restlichen Alkohol, weil die wenigsten so einen torfigen Whiskey mögen. Und auch schätzen. Er wollte damit mit einigen Gästen persönlich anstoßen.
    Während wir beim Brautpaarshooting waren, bereitete ER mehreren Gästen einen Whiskey-Cola-Mix zu. Weder mit dem Mann abgesprochen, noch autorisiert. Am Ende fehlte über die Hälfte in der Flasche und der Mann war richtig, richtig sauer.
  5. Wo bleibt der Service?
    Obwohl die beiden Studenten für den Service gleichermaßen engagiert waren, machte nur einer die Arbeit. Während sie sich wirklich bemühte, Anweisungen befolgte und einen super Job machte, delegierte er alles an sie, verschwand oft irgendwo und war nicht aufzufinden. Wir fanden ihn immer wieder im Kämmerchen, wo er Outfits wechselte (?), Alkohol trank und all sowas. Ich wurde immer ungeduldiger, ärgerte mich sehr.

Pleiten, Pech und Pannen - meine Hochzeit - Service-Student

Geh bitte – jetzt wirklich!

Ich weiß gar nicht mehr, wie spät es war – so um 17 Uhr herum? – da wurde er immer mehr zum Ärgernis und zu einer der größten Pannen überhaupt. Ich war so wütend, als er beim Anschnitt der Torte nichts von dem, was vorzubereiten gewesen ist, erledigt hatte (Kaffee aufgesetzt etc. pp) und alles auf die andere Service-Kraft schob. Der Mann setzte selbst Kaffee auf, den er nur zu bewachen hatte – nicht einmal das klappte und der Kaffee verteilte sich auf der Anrichte der Küche, weil er einfach ging. Er wies die Fotografin unhöflichst ab, als sie sich selbst einen Kaffee organisieren wollte, vertröstete die Großeltern des Mannes ebenfalls, obwohl alles längst vorhanden war und brachte einige Dreistigkeiten. Irgendwann waren der Mann und ich uns einig, dass er gehen sollte. Doch da fing die Dreistigkeit eigentlich erst an und ich bin bis heute sprachlos darüber.

Nachdem der Mann ihm mitteilte, dass nun nicht mehr genug Arbeit für zwei da wäre und er gehen könnte, wurde er frech. Er teilte ihm mit, er sei ja bis Mitternacht gebucht worden und würde so lange auch bleiben. Der Mann betonte, dass es hieß dass es höchstens bis Mitternacht ginge, was er aber nicht akzeptierte. Dann bat er darum ohne Bezahlung und Arbeit bleiben zu dürfen, quasi als Gast. Als der Mann auch das ablehnte, wurde er dreist, ausfallend und beleidigend. Erst diskutierte nur der Mann mit ihm, dann einige seine Freunde und der Trauzeuge mit – am Ende wollten sie ihn am liebsten verkloppen (macht man natürlich nicht). Stattdessen fuhr der Mann ihn zum Bahnhof, bezahlte ihn dennoch fair (obwohl wirklich unverdient!) – er bleibt in Erinnerung, bei allen.

Als es spät war und wir aufräumten, fand ich noch heraus dass er meine Lightbox bei seinem Streifzug durch die Location kaputt gemacht hat. Man sieht es nicht auf den ersten Blick, aber sie ist aus der Galerie der 1. Etage runter gefallen und dabei ist die Seite zu Bruch gegangen. Das ärgert mich sehr, weil ich so lange gehadert habe sie mir zu kaufen, sie mir dann gönnte und nun sowas…

Pleiten, Pech und Pannen - meine Hochzeit - kaputte Lightbox

Aber ich bin nach der Hochzeit auch unheimlich erleichtert gewesen. Vergleichsweise waren das kleine Pannen, es können viel schlimmere Dinge geschehen. Und die Service-Kraft, die eigentlich gar keine war? Die bleibt auch den Gästen in Erinnerung und ist immer wieder Thema – hat also auch was. Irgendwie.

In dieser Reihe erschienen auch:

  1. meine Hochzeit – geplante Hochzeitspläne
  2. meine Hochzeit – was war uns weniger wichtig?
  3. meine Hochzeit – was war uns wichtig? – top fünf!
  4. meine Hochzeit – endlich verheiratet!
  5. meine Hochzeit – Pleiten, Pech & Pannen
Von | 2016-12-07T21:20:20+00:00 Mittwoch, 7. Dezember 2016|Kategorien: IchIchIch|Tags: , , , |0 Kommentare

Über den Autor:

Die Alltagsheldin heißt im echten Leben Tanja, ist 31 Jahre alt und lebt mit dem einen Mann, ihren Kindern Nina (09/04), Lotte (05/15) und Jona (01/17) im Sauerland. Sie hat ihr Abitur nachgeholt, studiert nun was Soziales und jongliert zwischen Uni und der Familie – mal mehr, mal weniger erfolgreich.

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