KiTa-Eingewöhnung U3 | 3. Woche – ein Schritt vor, viele zurück

\KiTa-Eingewöhnung U3 | 3. Woche – ein Schritt vor, viele zurück

KiTa-Eingewöhnung U3 | 3. Woche – ein Schritt vor, viele zurück

  • Eingewöhnung im Montessori Kinderhaus - 3. Woche

Die letzte Woche der Eingewöhnung lief gut, da dachte ich nicht so schnell an einen Rückschritt, aber er kam. Zwar geht Lotte sehr gerne ins Kinderhaus, aber sobald das Thema Verabschieden zur Sprache kommt, flippt sie regelrecht aus. Bin ich oder der Mann dabei, wenn auch nur im Hintergrund oder im Haus, spielt sie auch mit den Erzieherinnen, wenn wir dann gehen wollen, möchte oder kann sie sich nicht verabschieden. Sobald sie uns aber nicht mehr sieht, beruhigt sie sich direkt und spielt fröhlich und ausgelassen.

Eingewöhnung Tag 11 – „Hia bleib ich.“

Da ich wieder Uni hatte, brachte der Mann Lotte ins Kinderhaus.
Erst hat er eine typische Bringsituation versucht und wollte sie direkt an der Gruppentüre an Carina übergeben, aber das wollte Lotte nicht. Also ist er nochmal mit in die Gruppe gegangen, wo sie ein Spiel spielten. Nachdem Lotte sich darin vertieft hatte, verabschiedete sie sich von ihm. Sie winkte ihm und wandte sich wieder ihrem Spiel zu. Alles gut.

Als der Mann sie um 11.30 Uhr abholen wollte, hat Carina ihn abgefangen, bevor Lotte ihn sehen konnte und fragte, ob Lotte nicht zum Mittagessen dableiben könnte. Der Tag war gut, sie hatte viel Spaß, hat gespielt und nicht geweint.

Der Mann fuhr wieder Heim und holte sie um 12.30 Uhr wieder ab. Das Mittagessen hat wunderbar geklappt, Lotte gut gegessen. Erstaunlich fanden wir, dass sie hier auch ordentlich gegessen hat. Zuhause ist das momentan überhaupt nicht möglich, weil sie alles verschmiert, runter wirft oder sonst irgendwie das tut, was niemand appetitlich findet.

Eingewöhnung Tag 12 – „NEIN, Mama hia bleiben!“

KiTa-Eingewöhnung Woche 3 - Lotte malt

Da ich heute keine Uni hatte, übernahm ich die Eingewöhnung wieder. Im Vorfeld sprach ich mit Lotte darüber, dass ich zur Uni muss und sie solange im Kinderhaus spielen würde. Sie freute sich darauf, dass ich sie abhole, alles schien gut.

Als wir am Igel standen und sie ihre Klammer angeklemmt hatte, wollte ich mich zum ersten Mal verabschieden und merkte direkt, dass das ein Fehler war. Lotte fing sofort zu weinen an, klammerte sich an mich und wollte nur noch kuscheln. Carina wollte sie mir aus dem Arm nehmen, dass ich einfach gehe, aber das wollte ich nicht.

Ich ging nochmal mit in die Gruppe, wo Lotte sich ein Spiel aussuchte und halbherzig spielte. Sie ärgerte sich darüber, dass es nicht klappte und brachte das Tablett wieder zurück. Als sie ein neues Spiel aussuchte und sich darin vertiefte, wollte ich mich verabschieden. Wieder flippte sie völlig aus, brüllte, dass ich da bleiben und mit ihr im Kinderhaus spielen soll. Als sie sich beruhigt hatte, erklärte ich ihr, dass ich doch zur Uni muss und sie nachher abholen werde, aber sie hörte nicht richtig zu, blockte alles ab und wollte nur kuscheln.

Bei unterschiedlichen Spielen und beim Malen versuchte ich es mehrmals erneut, aber Lottes Reaktion war immer wieder die selbe. Sobald ich die Verabschiedung auch nur erwähnte, kletterte sie auf meinen Schoß und weinte.

Puuuh, so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Und, nachdem Lotte selbst immer wieder betonte, dass ich zur Uni ginge und sie dort spielen würde, erwartet sowieso nicht.

Die Gruppe wurde für den Stuhlkreis vorbereitet. Damit wir den Ablauf nicht stören, bin ich mit ihr nochmal in den Flur gegangen, habe sie ausgiebig gekuschelt und nochmal zu erklären versucht. Am Ende bestätigte Lotte mir wieder, sie würde hier spielen und ich fahre zur Uni. Als Carina erneut raus kam, um sie mit rein zu nehmen, weinte sie aber wieder los und wollte dass ich bleibe.

Schweren Herzens hab ich sie ihr doch gegeben. Weinend und brüllend. Ich wartete in der Garderobe, ob sie sich beruhigt, was sie direkt tat, nachdem ich aus ihrem Blickfeld verschwunden war.

Mit Ramona hatte ich dort noch ein relativ kurzes Gespräch, in dem sie mir sagte, dass ich mich schon lösen müsste, sonst halt rein gehen und dort bleiben sollte, sie dann aber keine Erzieherin für Lotte abzustellen bräuchten. Darauf hab ich ihr gesagt, dass ich diese Argumentation fies finde, weil es mir da nicht um mich, sondern um Lotte geht und ich finde, dass eine Eingewöhnung durchaus auch ohne Weinen gehen kann, wenn das Kind eine Bindung zur Bezugsperson aufgebaut hat. Wir diskutierten ein wenig, wo sie mir erklärte, wieso sie das so machen und ich ihr zu verdeutlichen versuchte, wieso ich das so nicht machen und Lotte Zeit geben möchte. Das Gespräch drehte sich im Kreis und ich verabschiedete mich nach ca. 10 Minuten, in denen ich von Lotte nichts mehr hörte.

Eingewöhnung Tag 13 – „NEIN, Papa da bleiben!“

Da die beiden Tage mit dem Mann viel besser geklappt hatten, brachte er sie heute ins Kinderhaus.
Anfangs spielte er ein Puzzle mit ihr, dann verabschiedete er sich und Lotte weinte und brüllte wieder. Mit Ines* winkte sie ihm von der Türe aus, wo sie sich bereits wieder beruhigt hatte.

Kaum war der Mann wieder zuhause, rief Ines an und sagte Bescheid, dass Lotte im Wuselraum sei, dort rutschen und spielen würde und alles gut wäre.

Auch als er sie um 12.30 Uhr wieder abholte, war alles bestens. Sie hatte zwischendrin mal kurz gequengelt, aber nur weil sie ein Spiel spielen wollte, das bereits von einem anderen Kind bespielt wurde.

Eingewöhnung Tag 14 – „Nein, nur mit Mama!“

Heute wollte ich wieder übernehmen. Lotte war morgens gut gelaunt und freute sich aufs Kinderhaus.

Nach dem anklemmen der Klammer wollte sie direkt kuscheln, was wir auch ausgiebig machten. Danach puzzelte ich mit ihr, während Ines dabei war und wir uns unterhielten. Wir haben beide den Eindruck, dass Lottes Problem nicht das Kinderhaus ist, sondern die Verabschiedung an sich. Zwar kennt sie das natürlich auch von zuhause, aber dann bleibt sie bei Menschen, die sie (sehr) gut kennt. Oma & Opa oder der Papa eben. Da sind die Erzieherinnen im Kinderhaus natürlich noch nicht so vertraut.

Diesmal wollte ich nicht wieder so ein Hickhack machen. Ihr sagen, dass ich jetzt los muss und dann doch wieder bleiben ist kein guter Weg. Sie wurde vorgestern bei jedem Versuch hysterischer, das wollte ich ihr diesmal ersparen.

Ich sagte ihr also, dass ich nun los muss, worauf sie direkt wieder weinte und kuscheln wollte. Ich kuschelte sie und trug sie dabei in die Garderobe, wo Ines sie mir dann abnahm. Die Übergabe weinte sie kurz los, sobald die Türe hinter mir zu war, winkte sie mir.

Beim Abholen berichtete Andrea, dass sie direkt gespielt hat. Erst war sie beim Puzzeln, dann mit den anderen Kleinen im Wuselraum.
Da die Kinder bei meiner Ankunft noch beim Nachtisch waren, wartete ich das noch ab. Es war sehr niedlich anzusehen, wie Justus* (3) versuchte mit Lotte zu sprechen, was sie aber abblockte. Andrea erzählte mir auch, dass Justus sie vorhin in der Küche umarmte und „Meine Lotte!“ sagte, was Lotte aber gar nicht gefiel. Momentan muss Lotte unbedingt gefragt werden, ob sie gekuschelt, gedrückt, hoch gehoben etc. werden möchte, da war Justus‘ Annäherung nicht so erwünscht. 🙂

Eingewöhnung Tag 15 – „Tschüss Papa!“

Da ich mir übers Wochenende einen Magen-Darm-Infekt eingefangen habe und ansonsten zur Uni gemusst hätte, war der Mann auch heute mit Lotte am Kinderhaus. Er berichtete, dass die Übergabe eigentlich keine war. Nachdem sie die Klammer an den Igel geklemmt haben verabschiedete er sich an der Gruppentür von ihr. Kurz wollte sie noch kuscheln, dann aber ging sie selbst (!) rein und der Mann fuhr nach Hause.

Beim Abholen um 12.30 Uhr war sie fröhlich, überdreht, satt und müde. <3

Die 3. Woche Eingewöhnung steht nun also an und ich bin gespannt, welche Fortschritte sie macht bzw. ob Lotte jetzt echt eingewöhnt ist, oder es auch wieder zurück geht.

* Die Namen entsprechen nicht den echten Namen der genannten Personen.

Von | 2017-10-01T23:00:08+00:00 Montag, 18. September 2017|Kategorien: Kinder, Kinder!|Tags: , , , |4 Kommentare

Über den Autor:

Die Alltagsheldin heißt im echten Leben Tanja, ist 31 Jahre alt und lebt mit dem einen Mann, ihren Kindern Nina (09/04), Lotte (05/15) und Jona (01/17) im Sauerland. Sie hat ihr Abitur nachgeholt, studiert nun was Soziales und jongliert zwischen Uni und der Familie - mal mehr, mal weniger erfolgreich.

4 Kommentare

  1. Mama Maus 18. September 2017 um 23:13 Uhr - Antworten

    Hallo Tanja,

    ich bin ganz auf deiner Seite, wenn du der Erzieherin erklärst, dass eine Eingewöhnung auch ohne Tränen funktionieren kann (und am besten sogar sollte).

    Ich höre es in meinem Bekanntenkreis immer wieder, dass es bei einem der beiden Elternteile besser klappt, weil sich das Kind leichter lösen kann. Vielleicht wäre es einen Test wert, dass dein Mann in den nächsten Tagen das Bringen am Morgen übernimmt. Eventuell kann Lotte so schneller Vertrauen zu ihrer Bezugserzieherin aufbauen und in ein paar Tagen wird sie auch dir fröhlich davon hüpfen, wenn du sie am Gruppenraum abgibst.

    Viele Grüße
    Mama Maus

  2. Thies 19. September 2017 um 23:37 Uhr - Antworten

    Hej Tanja,
    Erstmal danke für Deine Berichte, schon länger lese ich hier still mit und mag eure Familie gern. Ich habe selber zwei kleine Kinder (3 und 1) und erkenne Situationen oft wieder und bin froh, nicht allein zu sein.
    Hast Du Dich einmal gefragt, warum Du möchtest, dass Lotte nicht weinen soll? Wenn es ihr Gefühl ist (Trauer und Wut, dass Du gehst) ist es doch eigentlich positiv, dass sie es sich traut auszudrücken und sich trösten lässt.
    Und ich glaube einfach, das der Moment des Abschieds manchmal einfach schmerzt.
    Das soll keine Kritik sein, sondern ist nur ein paar Gedanken dazu…ich weiß, das es kein schönes Gefühl ist, das eigene Kind weinend zurück zu lassen. Da braucht es jede Menge Vertrauen in die Erzieher… Klarheit und Rituale finde ich hierbei wichtig. Du verabschiedest Dich, sie weint/winkt/ schubst Dich raus…, Du gehst und vertraust, dass es ihr gut geht und die Kita sich meldet, falls nicht!
    Ich wünsche euch noch eine gute Eingewöhnungszeit.
    Liebe Grüße
    Thies

    • Tanja 1. Oktober 2017 um 22:57 Uhr - Antworten

      Hallo Thies,
      Danke für Deinen lieben und ausführlichen Kommentar! Über Deine Worte musste ich eine ganze Weile nachdenken. Wieso mich ihr Weinen so „stört“. Mhm. Und ich muss Dir recht geben. Sie muss ihre Gefühle natürlich ausdrücken können, meine Aufgabe ist es, sie dabei zu begleiten! Ich hatte schon vorher den „Verdacht“, dass es nur der Abschied ist, der ihr schwer fällt, das haben Deine Worte nochmal bekräftigt.
      Ich habe da viel drüber nachgedacht und wir werden den Abschied, das Trösten demnächst ein wenig anders gestalten.
      Ganz, ganz herzlichen Dank für die Anregung zur Reflexion! <3
      Liebe Grüße,
      Tanja

  3. […] Wochen Eingewöhnung liegen bereits hinter uns und die 4. Woche beginnt. Nachdem der 15. Tag so gut gelaufen ist, fragte ich mich kurz, ob es das schon gewesen sein soll. Kein Weinen beim […]

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