Paulas Geburt

- ein Geburtsburtsbericht eines geplanten Kaiserschnitts bei SSW 37+2 -

die Geburt

wie Paula* – unsere Jüngste – am 22. Juli 2021 per geplanten Kaiserschnitt auf die Welt kam

Ein Babykopf im Profil, ohne das Gesicht zu zeigen.

Ungefähr in der Mitte der Schwangerschaft mit Paula kamen immer öfter die Gedanken, wie genau das Baby eigentlich auf die Welt kommen sollte. Der errechnete Geburtstermin war kurz vor der Einschulung von Flo, er läge mitten in den Sommerferien, in denen wir keine Betreuung für die Kinder hätten und überhaupt wäre etwas Planungssicherheit ziemlich gut.
Hätte ich es noch einmal natürlich versuchen wollen, wäre nur die Klinik, in der auch Jona schon geboren wurde, in Frage gekommen. Die ist aber etwa 1,5 Stunden entfernt, dazu die aktuellen Corona-Auflagen in den Krankenhäusern und überhaupt…

die Entscheidung zum Geburtsmodus

Dennoch haderte ich sehr. Denn aller Wahrscheinlichkeit nach würde diese Schwangerschaft meine letzte sein und ich wollte so, so gerne eine spontane Geburt erleben. Aber es gab, neben den oben genannten Punkten, eben auch ein erhöhtes Risiko, dass etwas schief gehen könnte.
Schlussendlich hat mir das Gespräch mit meiner Nachsorge-Hebamme den Kopf zurecht gerückt und ich war mir danach recht sicher: Es wird ein geplanter Kaiserschnitt.
Die Terminierung war dann ein wenig schwierig, weil danach eben Flos Einschulung anstehen würde und ich die OP nicht kurz vorher haben wollte. Beim Vorgespräch in der Klinik fragte ich, was sie frühestens anbieten könnten. Nachdem die Ärztin das Baby vermessen und gründlich geschallt hatte, bot sie mir den 22. Juli an. Bei 37+2 und der Entwicklung des Babys sei nicht mit Anpassungsschwierigkeiten zu rechnen und so machte ich den Termin aus.
Es war ein seltsames Gefühl den Geburtstag des Babys schon im Vorfeld zu wissen und ich war wahnsinnig nervös…

der Tag der Geburt

Nach einer relativ unaufgeregten Schwangerschaft stand am 22. Juli 2021 der Kaiserschnitt an.
Am Vortag verbrachte ich sehr viele Stunden im Krankenhaus. Das Sommerbaby wurde noch einmal gründlich vermessen und es wurde eine letzte Vorsorge gemacht.
Der Morgen vor der Geburt war seltsam: Die Kinder schliefen noch, wir warteten auf die Ankunft des Freundes, der auf die Kinder aufpassen würde. Neben der Nervosität vor der Geburt hatte ich auch Sorgen bezüglich der Betreuung, denn der Freund war noch nie mit den beiden alleine und sie können zuweilen sehr wild sein. Um kurz nach 6 Uhr fuhr er auf den Hof und wir machten uns auf den Weg. Ich sollte um 7 Uhr da sein, die Geburt war für 9.30 Uhr geplant.

Da ich am Vortag alle Anmeldungen und die Aufnahme erledigt hatte, fragte ich mich, wieso wir so viel früher da sein sollten und ob ich dann nicht ewig viel Zeit mit Warten verbringen würde, aber dem war gar nicht so.
Im Krankenhaus meldete ich mich direkt in der Kreißsaal-Abteilung, wo ich freundlich empfangen und mir direkt ein eigener Raum zugesprochen wurde. Als erstes standen 30 Minuten CTG an, die das Baby ganz okay mitmachte. Danach sollte ich mich umziehen.

Als die Hebamme kam und fragte, wie das Baby heißen sollte, sagten wir ihr, dass wir immer noch zwischen zwei 1. Vornamen schwanken. Name1 P. oder Mathilda P. sollte es sein. Die Hebamme wollte schon einmal das Armbändchen fertig machen und meinte, man wüsste ja gar nicht, wie man Name1 schreibt, wir sollten lieber den 2. nehmen, der gefiele ihr gut. Wir schwankten aber noch und so musste sie noch ein wenig warten.

Als sie gegangen war, sprachen wir noch einmal darüber und entschieden uns dann schlussendlich für Name1. Der gefällt uns übrigens bis heute sehr, sehr gut.

die Geburt

Genaue Zeitangaben hab ich gar nicht mehr. Irgendwann kam der Anästhesist und legte mir die Spinalanästhesie. Der Ablauf war so viel entspannter, als unter der Geburt mit Wehen und so lag das ganze recht schnell. Mo bekam derweil seine Sachen zum Umziehen und sollte gerufen werden, sobald im Operationssaal alles fertig war.
Im Anschluss wurde ich in die Schleuse gebracht, stieg auf die OP-Liege um und wurde in den Operationssaal geschoben. Dort musste ich noch einmal die Liege wechseln, meine Beine kamen in Beinschalen und wurden fixiert. Dann kam Mo rein und ich wusste: Gleich geht es los.

Meine Nervosität kann ich kaum in Worte fassen, ich zitterte innerlich. Auch bei dieser Geburt hatte ich Angst, dass die Betäubung nicht wirken würde, aber nach dem Test war das Ärzt*innen-Team zufrieden.

Gut fand ich, dass sie mich die ganze Zeit versuchten abzulenken, mit mir sprachen und alles erklärten, was sie taten. Das nahm mir zwar nicht die Nervosität, lenkte mich punktuell aber immer wieder etwas ab.

im OP

Dann ging es los. Irgendwann sagte der Anästhesist, mein Blutdruck sei sehr niedrig und er würde mir etwas dagegen spritzen, was aber oft zu starkem Schwindel führe. Wenn mir schwindelig würde, solle ich Bescheid sagen. Kurz nach der Gabe kam Schwindel. Und dazu ein Schmerz, der in der Lendenwirbelsäule startete und entlang der Wirbelsäule aufstieg, bis ein stechender Schmerz im Kopf ankam. Das fühlte sich so krass an, zu spüren, wie der Schmerz langsam anstieg und immer schlimmer wurde.

Ich sagte dem Anästhesisten Bescheid, der nickte und erneut etwas spritzte. Davon wurde mir dann allerdings sehr übel, was aber nur ganz kurz anhielt.

das Baby ist da!

Und dann war es auch schon so weit: Es ruckelte heftig an und in meinem Bauch und dann war sie da, unsere Jüngste!
Die Hebamme nahm sie kurz mit und brachte sie dann mit einem Mützchen auf dem Kopf zurück. Im Kreißsaal schon hatte ich ein großes Bauchband bekommen, das ich mir um die Brust herum anziehen und anlassen sollte, damit das Baby da hinein gewickelt werden konnte. Genau da wurde Paula nun eingelegt. So konnten wir sie begrüßen, knutschen, an ihr schnuppern und die ersten Minuten genießen. Es war magisch und wunderschön!

Irgendwann war ich fertig versorgt und wurde zurück in den Kreißsaal gebracht. Auch dort blieben wir zusammen. Später wurde Paula dann vermessen und gewogen. Nachdem sie angezogen war, wurde ich ins Zimmer verlegt.
Eine Weile blieb der Mann noch, aber schon bald musste er los und den Freund bei den Großen ablösen.

Aus Erfahrung wusste ich, dass möglichst frühes Aufstehen zu schneller Mobilität führt und so war ich bereits um kurz nach 16 Uhr auf den Beinen. Zwar nur kurz und mit Hilfe, aber das steigerte sich schnell.
Tags darauf kam der Mann mit den Kindern und wir trafen uns kurz draußen, sodass die Kinder Paula begrüßen konnten. Aber da es Dank Corona keine offene Cafeteria oder ähnliches gab, konnten wir uns nirgends setzen, sodass es wirklich nur ein ganz kurzer Blick auf das Baby war.
Am 24. bin ich dann auf eigenen Wunsch hin nach Hause gegangen, da ich im Krankenhaus keinerlei Unterstützung hatte. Zuhause konnte das Wochenbett richtig starten. Die Kinder – besonders Jona – verliebten sich flugs in Paula.

Leben mit der Entscheidung zum geplanten Kaiserschnitt

Vorab war ich mir nicht sicher, wie ich hinterher damit zurecht kommen würde, dass ich es gar nicht erst versucht, sondern direkt einen Kaiserschnitt angestrebt habe. Zwar war dieser – nach Meinung der Gynäkologin und Feindiagnostikerin – medizinisch indiziert, aber ich weiß ja, dass ich es in einer anderen Klinik auch noch einmal hätte auf natürlichem Wege versuchen können. Was soll ich sagen? Ich bin absolut okay mit dem Kaiserschnitt. Ich habe überhaupt kein Hadern mehr. Die Entscheidung für einen geplanten Kaiserschnitt war eine gute Entscheidung. Für mich. Für das Baby. Einfach für uns. Sie passte, ist stimmig. Das ist das, was zählt.
Natürlich bin ich manchmal wehmütig. Das „Was-wäre-wenn“-Kopfkarussell dreht sich. Aber nur kurz. Klar hätte es klappen können. Aber dreimal hat es das nicht, muss ich es dann wirklich noch einmal darauf anlegen?

*die Abkürzung des Zweitnamens, anonym und so, Sie wissen schon. 

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Über den Autor:

Die Alltagsheldin, im echten Leben Tanja, ist die Frau, die vier Kinder (19, 9, 7 und 2 Jahre alt) und ein Studium im sozialen Bereich jongliert. Gerade ist sie in Elternzeit, um sich ganz auf ihr Studium zu konzentrieren und nimmt sich eine Auszeit vom Kundenservice. Sie ist ein kreatives Multitalent. Sie liebt Bullet Journaling, Handlettering, Photoshop und erstellt gern Webseiten. Wenn sie nicht gerade mit der Kamera unterwegs ist, näht oder plottert sie. Ihr Tag könnte 48 Stunden haben, und es wäre immer noch zu wenig Zeit für all ihre Hobbys und Interessen. Klingt spannend? Ist es auch! Entdecke mehr über Tanja, ihre Familie und ihren kunterbunten Alltag.

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das Leben leben - mehr nicht

Hi, mein Name ist Tanja. Ich wurde 1986 geboren, bin Studentin, Ehefrau und Mutter von 4 Kindern. Auf Leben-Lieben-Larifari.de schreibe ich über Themen, die mich bewegen oder umtreiben, über unseren Familienalltag, Elternthemen, ebenso findest Du aber auch DIY-Anleitungen und Rezepte.
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